Xpeng fährt Robotaxi-Pilot in China und schaut Richtung Europa
Xpeng hat sein erstes Robotaxi in einen Pilotbetrieb geschickt. Das Fahrzeug wurde im Mai gebaut und ist seitdem testweise in Guangzhou auf öffentlichen Straßen unterwegs.
Der Hersteller positioniert sich dabei klar als Technologieanbieter für autonomes Fahren. In München hat CEO He Xiaopeng das Robotaxi als nächsten Baustein dieser Strategie eingeordnet, inklusive Ambitionen über China hinaus.
Was steckt technisch dahinter?
Die Basis bildet Xpengs aktuelles intelligentes Fahrsystem. Xpeng verweist dabei auf drei Entwicklungsschritte, die man im chinesischen Markt früh erreicht habe, Autobahn-taugliches Assistenzfahren, fortgeschrittenes Fahren im Stadtverkehr und ein sogenanntes physisches Weltmodell.
"Für Europa strebt Xpeng eine Zusammenarbeit mit Regierungen und Händlerpartnern an, um Robotaxi-Fahrzeuge und die zugehörige Software anzubieten."
Turing-Chip und "Weltmodell" als Kernbausteine
Ein zentraler Baustein ist der selbst entwickelte Turing-KI-Chip. In bestimmten Ultra-Ausstattungen des Xpeng L03 sollen gleich drei Chips verbaut werden. Außerdem nutzt Xpeng ein im März vorgestelltes Vision-Language-Action-Modell der zweiten Generation, das als physisches Weltmodell beschrieben wird.
Interessant für die Praxis, Xpeng sagt, dass bereits einen Monat nach Einführung dieses Modells der Anteil der per NGP-System gesteuerten Fahrstrecke bei über 50 % der gesamten Fahrleistung der damit ausgerüsteten Fahrzeuge gelegen habe.
Redundanz für L4-Zielbild
Für das Robotaxi selbst nennt Xpeng doppelte Redundanz in zentralen Hardwaresystemen. Explizit genannt werden Recheneinheit, Bildverarbeitung, Bremsen und Lenkung. Ziel ist ein sicherer Betrieb auch dann, wenn einzelne Komponenten ausfallen.
Mit einer On-Board-Rechenleistung von bis zu 3000 TOPS sieht Xpeng die Grundlage für Fahrfunktionen nach Automatisierungsstufe L4, also Fahren ohne menschliches Eingreifen in definierten Gebieten und Bedingungen.
Datencheck: Was Xpeng bisher nennt
| Bereich | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Robotaxi Pilotbetrieb | seit Mai 2026 in Guangzhou | öffentliche Erprobung, Details zum Umfang offen |
| Turing KI-Chip | 750 TOPS pro Chip | hohe Rechenleistung für KI-Modelle an Bord |
| Xpeng L03 Ultra (genannt) | 3 Chips, gesamt 2250 TOPS | Konfiguration für besonders rechenintensive Funktionen |
| Robotaxi On-Board-Rechenleistung | bis zu 3000 TOPS | ausgelegt als Basis für L4 in definierten ODDs |
| NGP-Anteil (mit neuem Modell) | über 50 % der Fahrstrecke | Herstellerangabe, Vergleichbarkeit extern nicht belegt |
| Operativer Testbetrieb | Start ab 2027 in China angekündigt | nächster Schritt nach Pilotphase |
Europa-Plan: Partnerschaften statt eigener Flotte
Xpeng macht deutlich, dass man nicht zwingend selbst als Robotaxi-Betreiber auftreten will. Stattdessen soll die Rolle eher die eines Lieferanten von Fahrzeugen und Software sein.
Für Europa stellt Xpeng Kooperationen mit Regierungen und Händlerpartnern in Aussicht. Konkrete Länder, Städte oder Termine wurden allerdings nicht genannt. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Robotaxis stehen und fallen in Europa mit Regulierung, Haftungsfragen und dem lokalen Betriebskonzept.
Alltags-Impact: Was bringt dir das als E-Autofahrer?
Kurzfristig erst einmal wenig, weil es um Pilotierung und um einen angekündigten Testbetrieb ab 2027 in China geht. Spannend wird es trotzdem, weil diese Systeme mittelfristig in Serienautos durchsickern können, etwa als bessere Assistenzfunktionen im Stadtverkehr oder robustere Sensorik- und Redundanz-Architekturen.
Wenn Xpeng in Europa wirklich über Partner Robotaxi-Services startet, kann das den Druck auf Preise und Angebot im urbanen Verkehr erhöhen. Für viele bedeutet das am Ende, mehr Mobilität ohne eigenes Auto in Innenstädten, oder eine Ergänzung zum Privatwagen für die letzten Kilometer.
Warum VW dabei als Signal wirkt
Xpeng verweist darauf, dass Volkswagen den Hersteller bereits 2023 als Technologiepartner ausgewählt hat und gleichzeitig als Anteilseigner eingestiegen ist. Aus der Zusammenarbeit soll ein gemeinsam entwickeltes intelligentes Elektroauto hervorgegangen sein, das perspektivisch auch außerhalb Chinas angeboten werden soll. Einen Zeitplan nennt Xpeng bisher nicht.
Für den europäischen Markt ist diese Konstellation vor allem ein Indikator, dass Xpengs Software- und Autonomie-Stack im globalen Wettbewerb ernst genommen wird.
Einordnung bei Elektroquatsch
Das Robotaxi-Thema ist weniger eine Frage von "kann das Auto fahren", sondern von Regeln, Verantwortung und Betrieb. Xpeng liefert jetzt einen greifbaren Meilenstein mit Pilotfahrten und klaren Hardware-Angaben. Ob und wann Europa dran ist, hängt am Ende an Genehmigungen und an starken lokalen Partnern.
Wenn dich interessiert, wie Xpeng seine KI-Modelle in Europa positionieren will, schau dir auch unseren Artikel zum Xpeng Mona L03 für Europa an. Für den Rahmen in Europa lohnt außerdem der Blick auf Typgenehmigung und Zulassung von automatisierten Fahrfunktionen. Und wenn du die Tech-Basis verstehen willst, ist unser Vergleich 800V vs. 400V Architektur ein guter Einstieg, auch wenn das Robotaxi-Thema zusätzlich stark softwaregetrieben ist.



