Bei Tesla war heute gleich mehrfach Bewegung: In Südkorea verteidigt Tesla seine Preiserhöhungen und zeigt damit ziemlich anschaulich, wie stark Förderregeln, Wechselkurse und Ausstattungspakete den „echten“ Endpreis beeinflussen – mit einigen wichtigen Unterschieden zum DACH-Markt. Parallel wird es beim autonomen Angebot zumindest transparenter, denn in der Tesla-Robotaxi-App gibt’s jetzt einen klaren Hinweis, wenn ein Safety Driver an Bord ist. Und auch in Grünheide passiert was: Mit der „Battery Cell Giga Challenge“ öffnet Tesla Giga Berlin für Batterie-Startups, um neue Lösungen direkt in der Produktion zu testen und die 4680-Fertigung in Europa schneller hochzufahren.
Im Markt- und Zahlenblock gab’s ebenfalls kräftige Signale: BYD hat Tesla im Q2 2026 bei BEV-Verkäufen überholt – trotz steigender Tesla-Auslieferungen, was vor allem BYDs Tempo beim quartalsweisen Wachstum unterstreicht. In Deutschland meldet Škoda ein Rekord-Halbjahr und klettert erstmals auf Platz zwei, mit Rückenwind durch Elroq und Enyaq und weiteren Stromern, die schon in den Startlöchern stehen. Und beim Kleinwagen-Comeback auf Strom: Der Renault Twingo E‑Tech knackt in Deutschland bereits 5.300 Bestellungen, auffällig privatkundenlastig und mit klarer Tendenz zur höher ausgestatteten Variante.
Wer neue Modelle shoppen will, bekommt heute gleich zwei Preisansagen: Leapmotor startet den B03X ab 24.900 Euro und zielt mit LFP-Akku und soliden Ladeleistungen auf das preisbewusste Elektro-SUV-Segment. Deutlich eine Liga höher positioniert MG seine neue Premium-Schiene: IM5 und IM6 kommen mit 800-Volt-Technik, 100-kWh-Akku und Deutschlandpreisen ab 53.990 Euro – samt Features wie Allradlenkung und viel Serienausstattung.
Auch beim Laden gab’s heute zwei Seiten derselben Medaille: Politisch will das EU-Parlament Genehmigungen für Schnelllader deutlich beschleunigen, inklusive mehr Spielraum für kleinere Projekte und pragmatischeren Regeln auf bereits bebauten Flächen. In der Praxis zeigt eine neue Auswertung, dass Supermärkte und Händler 2026 spürbar mehr HPC an die Parkplätze bringen – vor allem dann, wenn externe Betreiber statt Eigenregie ausrollen.
Aus der Software-Ecke kommt ein nettes OTA-Update: Volvo bringt Apple Music als native App in über zwei Millionen Fahrzeuge, teils bis zurück zum Modelljahr 2020, in neuen Modellen sogar ab Werk – inklusive Spatial Audio auf ausgewählten Baureihen und Testzeitraum.
Und zum Schluss noch zwei Themen zwischen Recht und Konzernrealität: Wer sich über zu wenig Kilometer ärgert, bekommt durch ein Urteil Rückenwind – eine deutlich zu niedrige Reichweite kann als erheblicher Mangel gelten, wenn statt „normaler WLTP-Alltagsabweichung“ ein technischer Defekt (etwa an der Batterie) nachweisbar ist. Bei Lucid dagegen ist weniger die Reichweite als die Organisation das Thema: Nach einem Q2-Dämpfer baut der Hersteller seine Führung um und besetzt zentrale Top-Positionen neu – der Konkurrenzdruck im Markt lässt grüßen.