Brüssel will E-Autos stärker als Netzspeicher einspannen, inklusive smarter Tarife, neuer Netzkodizes und möglicher Steueranreize, doch der Verband der Autoindustrie bremst: In „VDA warnt vor EU-Pflicht für bidirektionales Laden“ heißt es, eine Pflicht könne Hersteller und Kunden eher abschrecken als helfen. Passend dazu wird’s in Berlin beim Geld gerade ziemlich umsortiert: Der „KTF-Plan 2027“ kürzt die Förderung für E‑Busse und E‑Lkw deutlich, während die sozial gestaffelte E‑Auto‑Prämie weitgehend stabil bleibt, und sogar aufgestockt wird. Und weil das Thema Industriepolitik überall mitschwingt, legt T&E nach: William Todts zur VW‑Krise fordert von der Bundesregierung mehr Nachfragesignale, eine klarere Batterie-Strategie und einen Regionalplan für die Auto-Cluster.
Bei den Herstellern selbst gab’s heute ein buntes Paket aus Zahlen, Strategie und Produktnews: BMW meldet steigende BEV-Auslieferungen trotz Gewinneinbruch, hält aber an der Prognose fest, China drückt, Europa elektrifiziert spürbar. Porsche bleibt derweil standhaft: In „Porsche Taycan bleibt wichtig“ verteidigt Produktionschef Reimold den frühen E‑Einstieg, räumt aber ein, dass das Tempo regional schwankt, Taycan und elektrischer 718 sollen trotzdem weiter zentrale Rollen spielen. Bei VW kann man den neuen SUV jetzt klicken, aber nicht so günstig wie versprochen: Der ID. Cross startet im Konfigurator aktuell bei 36.525 Euro, der beworbene „Trend“-Einstieg kommt erst ab Oktober. Und Nissan setzt beim Leaf auf Sport-Feeling ohne mehr Leistung: Der Leaf Nismo EV bringt vor allem Optik, Fahrwerks- und Software-Schärfung, plus Japan-Preisschild.
Technik-Nerds bekommen Rivian-Futter: Beim R2 drückt Rivian die Kosten mit strukturellem Batteriepack, neuen Crash-Pfaden und einem günstigeren Stahl-Subframe, das Fahrwerk soll sich trotzdem „R1-würdig“ anfühlen. Gleichzeitig hängt über dem VW‑Rivian-Umfeld ein juristischer Schatten: Ex‑VW‑Ingenieuren werden Insiderhandels-Vorwürfe im Vorfeld eines Rivian-Deals gemacht, was weniger das Auto selbst, aber potenziell Vertrauen, Zeitpläne und Partnerschaften betrifft.
Bei Tesla dreht sich heute vieles um FSD und Regulierung, und das gleich von drei Seiten: Einerseits veröffentlicht das Unternehmen neue EU-Kennzahlen und behauptet, FSD (Supervised) sei in fünf Ländern 5,2x „sicherer“ als manuell, mit stark unterschiedlichen Effekten je nach Straßentyp. Dazu kommen harte Nutzungszahlen: 1,48 Millionen aktive zahlende Nutzer und in Nordamerika starten laut Tesla 55% der Auslieferungen direkt mit Abo. Gleichzeitig steigt der Druck von außen: In einer Whistleblower-Klage zu Sicherheitsbedenken wird Tesla in den USA mit Vorwürfen konfrontiert, die, egal wie sie ausgehen, Transparenz und Zulassungsthemen weiter anheizen dürften. Und auch beim Thema Türen wird’s offiziell: Die NHTSA nimmt elektronische Türöffner ins Visier und denkt über „robuste und offensichtliche“ Entriegelungen nach, Tesla steht dabei im Fokus, aber betroffen wäre am Ende die ganze Branche.
Zum Schluss noch ein Sicherheits-Thema abseits von Tesla: Hyundai ruft 40.045 Inster zurück, in Deutschland sind 14.610 Fahrzeuge betroffen, wegen eines möglicherweise beschädigten 3‑Wege‑Ventils im Thermomanagement, das im schlimmsten Fall über Kühlmittelaustritt zur Brandgefahr führen kann.