Bei Tesla war heute ordentlich Bewegung: In Fremont lief das 10-millionste Elektroauto vom Band – ein weiterer Marker dafür, wie rasant die globale Produktion nach dem 9-Millionen-Meilenstein aus Shanghai skaliert hat. Parallel versucht Tesla, den Autopilot-/FSD-Narrativ in Europa zu untermauern: Laut neuen Sicherheitsdaten aus fünf Ländern soll FSD Supervised über 65 Millionen Kilometer im Schnitt 5,2-mal weniger Kollisionen verursachen als manuelles Fahren in vergleichbaren Teslas. Software-seitig wird’s alltagstauglicher: Mit dem Update erweitert „Hey Grok“ die Sprachbedienung zur echten Fahrzeugsteuerung, während die Robotaxi-App 26.6.0 neue Hinweise aufs Cybercab-Bedienkonzept liefert, inklusive Sitzsteuerung und Netflix. Und beim großen Robotaxi-Puzzle taucht ein weiterer Stein auf: Jobanzeigen in Chile und Kolumbien deuten an, dass Tesla Ride-Hailing langfristig auch in Südamerika anrollen lassen will. Dazu passt, dass Tesla sich mit Technik-Nachschub eindeckt: eine „AI-Hardware“-Firma ging für 1,95 Milliarden Dollar über den Tisch – mit Blick auf FSD und auch Optimus.
Auch bei den anderen Herstellern gab’s heute viel zwischen Strategie, Technik und Marktstimmung: BMW zieht die Kostenschraube an – rund 8.000 Bürojobs sollen wegfallen, Schwerpunkt Deutschland, offiziell möglichst ohne klassische Entlassungswelle. Gleichzeitig schaut BMW nach vorn: Der iX1 der „Neuen Klasse“ soll ab 2027 mit 800-Volt-Architektur und neuen Rundzellen deutlich schneller laden und weiter kommen. Volkswagen setzt beim automatisierten Fahren auf China als Taktgeber – Level 3 ist dort ab 2027 angepeilt, während Europa zwar profitieren könnte, aber eben nicht automatisch. Volvo wiederum kündigt die nächste Lückenschließung an: der EX60 soll die E-Palette abrunden, und spannend ist der Nebensatz, dass Deutschland beim 300-kW-Schnellladen gerade einen kleinen Boom erlebt, plus neue Beratungs- und Batterie-Zertifikats-Themen für den Handel. BYD bleibt auf Expansionskurs: bis Jahresende sollen 350 Standorte in Deutschland stehen, flankiert von Plänen für eigene Schnellladeparks. Bei Smart wird’s modellpflegerisch: #1, #3 und #5 bekommen fürs Modelljahr 2027 unter anderem eine neue AWD-Option beim #5 Premium sowie eine „Black Collection“. Und Ferrari? Da wirkt’s so, als hätte man ins Schwarze getroffen: beim ersten E-Ferrari „Luce“ soll das Verkaufsziel für 2026 offenbar schon kurz nach der Vorstellung erreicht sein, trotz Debatten ums Design.
Zum Schluss noch ein Blick auf die Stimmungslage der Käufer: Eine große Befragung zeigt, dass E-Auto-Fahrer deutlich zufriedener sind als Verbrenner-Käufer – der Abstand ist ausgerechnet beim Antrieb besonders groß und hat sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessert. Und wer gerade eher auf den Geldbeutel schaut: MG legt einen fetten Rabatt nach – 6.000 Euro EV-Bonus bis Ende September 2026 auf alle Elektro-Modelle, der sich mit Förderung in der Spitze zu einem ziemlich aggressiven Preisvorteil stapeln kann.