Die Zahlen: BMW verliert im Halbjahr bei BEV, gewinnt aber in Q2 wieder Tempo
BMW hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit 204.295 vollelektrische Fahrzeuge (BMW und Mini) ausgeliefert. Das sind 7,4 % weniger als im Vorjahreszeitraum.
Über alle Antriebsarten hinweg kam die BMW Group auf 1.156.742 Auslieferungen, ein Minus von 4,2 %. Unterm Strich sieht das Halbjahr also nach Gegenwind aus, aber das Bild kippt, wenn man aufs zweite Quartal schaut.
Q2 bringt die Wende, Europa zieht besonders stark
Von April bis Juni 2026 lieferte BMW 116.807 BEV aus, das entspricht +5,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. In Europa ging es im gleichen Zeitraum bei E-Autos auf 81.445 Einheiten hoch, ein kräftiges +38,0 %.
Als Treiber nennt BMW den Start der Auslieferungen des neuen BMW iX3, der zuerst in Europa verfügbar ist.
Regionen: China schwächelt, Europa und USA wachsen
BMW beschreibt ein geteiltes Marktbild. In China sowie Teilen der Asien-Pazifik-Region gingen die Verkäufe in den ersten sechs Monaten deutlich zurück.
In Europa legte die BMW Group dagegen um +5,4 % zu, in den USA um +3,9 %. Der Konzern wächst also dort, wo aktuell viele Käufer wieder stärker auf Leasingraten, Verfügbarkeit und Restwerte schauen.
Neue Klasse: iX3 und i3 sollen die nächste Bestellwelle liefern
„Trotz weltweiter Herausforderungen konnten wir in den USA und Europa unseren Absatz steigern. Die Neue Klasse zeigt weiterhin ein starkes Momentum, mit dem BMW iX3 sind wir auf Kurs für den nächsten großen Meilenstein von 100.000 Auftragseingängen. Auch der BMW i3 als zweites Modell der Neuen Klasse erfreut sich kurz nach dem vorgezogenen Bestellstart bereits großer Nachfrage.“
Für E-Autofahrer ist das vor allem ein Signal in Richtung Lieferfähigkeit und Modellverfügbarkeit. Wenn ein Hersteller wie BMW in Europa in kurzer Zeit deutlich mehr BEV ausliefert, entspannt das typischerweise Wartezeiten und erhöht den Druck auf Preise und Ausstattungspakete im Wettbewerb.
Marken im Detail: BMW runter, Mini wächst weiter
Die Marke BMW kam im ersten Halbjahr auf rund 1 Million Auslieferungen, ein Minus von 6,2 %. In Europa stieg BMW dennoch um +1,5 %, in den USA um +4,7 %. Das Wachstum in den USA kam laut BMW vor allem von den X-Modellen.
BMW M lieferte 99.595 Fahrzeuge aus, -6,0 %.
Mini ist der positive Ausreißer: 149.538 Verkäufe bedeuten +11,7 % und das sechste Wachstumsquartal in Folge. BMW nennt die vollektrischen Mini-Modelle als wichtigsten Wachstumstreiber.
Rolls-Royce lieferte 2.523 Fahrzeuge aus, -9,8 %. Konkrete E-Anteile bei Rolls-Royce hat BMW für diesen Zeitraum nicht beziffert.
Real-World-Impact: Was bedeutet das für dich als E-Autofahrer?
1) Mehr E-Volumen in Europa kann mittelfristig für bessere Verfügbarkeit sorgen, vor allem wenn der iX3 als neuer Volumenanker tatsächlich skaliert.
2) Mini als E-Wachstumstreiber zeigt, dass kompakte Elektroautos mit urbanem Fokus weiterhin ziehen. Das stabilisiert das Segment, in dem viele Käufer zwischen Reichweite, Preis und Ladeleistung abwägen.
3) Halbjahresminus trotz Q2-Plus ist ein Hinweis: Der Markt ist stark regional geprägt. Wer gerade Angebote vergleicht, sollte besonders auf EU-spezifische Deals und Lieferfenster achten, statt globale Schlagzeilen überzuinterpretieren.
Technische Daten und Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Zeitraum | Wert | Veränderung |
|---|---|---|---|
| BEV-Auslieferungen BMW Group (BMW und Mini) | H1 2026 | 204.295 | -7,4 % |
| BEV-Auslieferungen BMW Group (BMW und Mini) | Q2 2026 | 116.807 | +5,2 % |
| BEV-Auslieferungen Europa (BMW Group) | Q2 2026 | 81.445 | +38,0 % |
| Gesamtauslieferungen BMW Group (alle Antriebe) | H1 2026 | 1.156.742 | -4,2 % |
| BMW Auslieferungen | H1 2026 | ca. 1.000.000 | -6,2 % |
| BMW Group Absatz Europa | H1 2026 | k. A. | +5,4 % |
| BMW Group Absatz USA | H1 2026 | k. A. | +3,9 % |
| BMW Absatz Europa | H1 2026 | k. A. | +1,5 % |
| BMW Absatz USA | H1 2026 | k. A. | +4,7 % |
| BMW M Auslieferungen | H1 2026 | 99.595 | -6,0 % |
| Mini Auslieferungen | H1 2026 | 149.538 | +11,7 % |
| Rolls-Royce Auslieferungen | H1 2026 | 2.523 | -9,8 % |
Einordnung bei Elektroquatsch: Q2 ist der wichtigere Indikator
Das Halbjahresminus bei BEV klingt hart, aber der Q2-Umschwung ist das eigentlich spannende Signal. Wenn der iX3 als erstes Neue-Klasse-Zugpferd in Europa Stückzahlen bringt, kann BMW in der zweiten Jahreshälfte wieder deutlich besser aussehen.
Wer BMW auf der Einkaufsliste hat, sollte die nächsten Monate im Blick behalten, genau dann entstehen oft die attraktivsten Konfigurationen und die besten Lieferzusagen.



