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BMW liefert H1 2026 weniger aus, trotz E-Auto-Plus in Europa, China reißt das Halbjahr runter

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

16. Juli 2026·4 Min. Lesezeit
BMW liefert H1 2026 weniger aus, trotz E-Auto-Plus in Europa, China reißt das Halbjahr runterBild: BMW

BMW Group liefert im ersten Halbjahr 2026 weltweit 1,15 Mio. Fahrzeuge aus, minus 4,2%. Europa und USA wachsen, China bricht zweistellig ein. Bei den BEV-Zahlen gibt es Rückenwind, besonders in Europa.

BMW Halbjahr 2026: Westen wächst, China zieht die Bilanz nach unten

Die BMW Group hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit rund 1,15 Millionen Fahrzeuge an Kundinnen und Kunden ausgeliefert. Unterm Strich steht ein Minus von 4,2% gegenüber dem Vorjahr.

Der Grund ist klar: China und die Region Asien-Pazifik schwächeln deutlich. Europa und die USA entwickeln sich dagegen positiv, können die Ausfälle aber nicht komplett ausgleichen.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Kennzahl Zeitraum Wert Veränderung
BMW Group Auslieferungen weltweit H1 2026 ca. 1,15 Mio. -4,2%
BMW Group Absatz Europa H1 2026 k. A. +5,4%
BMW Group Absatz USA H1 2026 k. A. +3,9%
BMW Group BEV-Auslieferungen (BMW + Mini) Q2 2026 116.800 +5,2%
BEV-Auslieferungen Europa (BMW + Mini) Q2 2026 81.400 +38%
Region Europa Auslieferungen (alle Antriebe) H1 2026 496.700 k. A.
Region USA Auslieferungen (alle Antriebe) H1 2026 200.700 k. A.
Region China Auslieferungen (alle Antriebe) H1 2026 261.800 -20,4%
Region China Auslieferungen (alle Antriebe) Q2 2026 k. A. -30,2%
Region Fourth Pillar (Asien-Pazifik, Osteuropa, Mittlerer Osten, Afrika) H1 2026 k. A. -9,6%
Region Fourth Pillar (Asien-Pazifik, Osteuropa, Mittlerer Osten, Afrika) Q2 2026 k. A. -10,8%
Marke BMW Auslieferungen H1 2026 ca. 1,0 Mio. -6,2%
Marke BMW Europa H1 2026 k. A. +1,5%
Marke BMW USA H1 2026 k. A. +4,7%
BMW M GmbH Auslieferungen H1 2026 99.600 -6%
Mini Auslieferungen H1 2026 149.500 +11,7%
Rolls-Royce Auslieferungen H1 2026 gut 2.500 -9,8%
BMW Motorrad Auslieferungen H1 2026 102.800 -2,9%

Statement aus dem Vorstand: Neue Klasse soll die nächste Welle tragen

"Trotz weltweiter Herausforderungen konnten wir in den USA und Europa unseren Absatz steigern."

BMW verweist zudem auf Momentum rund um die Neue Klasse. Intern erwartet man beim BMW iX3 die nächsten 100.000 Auftragseingänge, außerdem soll auch der BMW i3 nach einem vorgezogenen Bestellstart schnell Nachfrage aufgebaut haben.

Wer tiefer in die nächste Modellgeneration eintauchen will, findet bei uns bereits den Blick nach vorn auf den BMW iX1 2027 mit Neue Klasse Boost sowie die Einordnung, warum der BMW i3 Touring 2027 für Reichweiten-Fans spannend werden könnte.

Elektro-Absatz legt zu, besonders in Europa

Für E-Auto-Fans ist die wichtigste Botschaft im Zahlenpaket: Im zweiten Quartal 2026 hat BMW (inklusive Mini) 116.800 batterieelektrische Fahrzeuge ausgeliefert, das sind +5,2%.

In Europa fällt der Sprung deutlich kräftiger aus: 81.400 BEV-Auslieferungen im zweiten Quartal bedeuten +38%. In Deutschland hat sich BMW damit im zweiten Quartal bei den BEV-Zulassungen auf Platz 2 vorgeschoben.

Markenbild: BMW schwächer, Mini stark, M und Rolls-Royce rückläufig

Die Kernmarke BMW kommt im ersten Halbjahr auf rund eine Million Auslieferungen, das entspricht -6,2%. In Europa (+1,5%) und den USA (+4,7%) geht es zwar aufwärts, aber das reicht global nicht.

Bei Mini sieht es deutlich freundlicher aus: 149.500 verkaufte Fahrzeuge bedeuten +11,7%, und das bereits das sechste Quartal in Folge im Plus. Als Treiber nennt BMW die starke Nachfrage nach vollen elektrischen Mini-Modellen.

Die BMW M GmbH landet bei 99.600 Auslieferungen (-6%). Rolls-Royce kommt auf gut 2.500 Fahrzeuge (-9,8%). BMW Motorrad meldet 102.800 Einheiten (-2,9%).

China bleibt der Knackpunkt, und zwar heftig

In absoluten Zahlen zeigt sich, warum China so stark durchschlägt: Europa liegt im Halbjahr bei 496.700 Fahrzeugen, die USA bei 200.700. China kommt trotz Krise noch auf 261.800 Einheiten, also größenmäßig zwischen Europa und USA.

Der Haken: In China bricht der Absatz im Halbjahr um 20,4% ein, im zweiten Quartal sogar um 30,2%. Auch die Region Fourth Pillar fällt im Halbjahr um 9,6%.

Was bedeutet das für dich als E-Autofahrer im Alltag?

Für Bestandskunden ist das keine Alarmmeldung, aber ein Hinweis auf die Prioritäten bei BMW. Wenn Europa beim BEV-Absatz so deutlich wächst, steigen die Chancen, dass BEV-Produktion, Lieferkontingente und Modellanläufe zuerst hier gestärkt werden.

Gleichzeitig gilt: Wenn China als Profitmotor schwächelt, kann das bei allen Herstellern den Druck erhöhen, in Europa mehr über Ausstattung, Finanzierung und Preisaktionen zu arbeiten. Bei BMW beobachten wir das vor allem im Umfeld der kommenden Neue Klasse Modelle.

Wer sich generell für Marktbewegungen bei Herstellern interessiert, sollte auch den BMW Stellenabbau 2026 im Blick behalten, denn Kostendruck wirkt oft direkt auf Produktzyklen. Und bei der Technikfrage, welche Plattformen künftig beim Schnellladen wirklich zählen, passt unser Ratgeber 800V vs. 400V im E-Auto.

Elektroquatsch-Meinung: Der Westen trägt, aber BMW muss China wieder in den Griff bekommen

Das Zahlenbild ist eindeutig: BEV wächst, Europa zieht und Mini profitiert sichtbar von seiner Elektro-Strategie. Gleichzeitig bleibt China der Hebel, der selbst gute Quartale in den USA und Europa relativiert.

Spannend wird, ob BMW das Momentum der Neuen Klasse wirklich in hohe Stückzahlen übersetzen kann. Für Käufer in Deutschland zählt am Ende weniger die Überschrift zur China-Delle, sondern ob Lieferzeiten, Preis und Techniksprung bei den nächsten E-BMWs passen.

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