Das Herz von BMW wird elektrisch: Stammwerk München vor Zeitenwende
BMW macht ernst: Das traditionsreiche Stammwerk in München steht unmittelbar vor dem Abschluss seiner radikalsten Wandlung in der über 100-jährigen Geschichte. Wie der Konzern am 7. April 2026 bekräftigte, wird der Standort ab 2027 ein reines Elektroauto-Werk sein. Den Startschuss für diese neue Ära gibt im August 2026 die Serienproduktion des neuen BMW i3 – dem Hoffnungsträger der "Neuen Klasse".
Rund 650 Millionen Euro hat BMW in den Umbau investiert, während die laufende Produktion von täglich 1.000 Fahrzeugen fortgeführt wurde. Auf einem Drittel der bisherigen Fläche entstand ein völlig neuer Karosseriebau sowie eine hochmoderne Montage. Wo früher Verbrennungsmotoren montiert wurden, werden nun die digitalen Prozesse der "iFactory" das Bild bestimmen.
Effizienzsprung durch die "Neue Klasse"
Die Umstellung ist für BMW nicht nur ein ökologisches Statement, sondern eine knallharte wirtschaftliche Kalkulation. Durch die neue Fahrzeugarchitektur und eine radikal vereinfachte Logistik sinken die Produktionskosten am Standort München mit dem Start des i3 um weitere zehn Prozent. Damit produziert BMW die Stromer der Zukunft bereits günstiger als die aktuelle Generation von Verbrennern.
"Wir haben den gesamten Wertstrom neu gedacht. Heute ist unser Werk effizienter, flexibler und digitalisierter als je zuvor. Damit sichern wir die Zukunftsfähigkeit des Standorts mitten in der Stadt." – Peter Weber, Leiter BMW Werk München.
KI und 800 Roboter: Die Fabrik der Zukunft
In München erreicht die Automatisierung ein neues Level. Eine Quote von rund 98 Prozent im Karosseriebau wird durch den Einsatz von 800 neuen Industrierobotern ermöglicht. Diese arbeiten Hand in Hand mit KI-gestützten Systemen zur Qualitätskontrolle. In der Montage kommuniziert der neue BMW i3 während seiner Entstehung digital mit dem System und meldet den Status von bis zu 20.000 Merkmalen in Echtzeit.
Regionale Wertschöpfung: Batterien aus Niederbayern
BMW setzt konsequent auf das Prinzip "Local for Local". Die Hochvoltbatterien der sechsten Generation (Gen6) für den Münchner i3 stammen aus dem neuen Montagewerk im niederbayrischen Irlbach-Straßkirchen. Die hocheffizienten E-Motoren liefert das Werk Steyr aus Österreich zu, während die Gehäuse dafür aus der Aluminiumgießerei in Landshut kommen. Ein Netzwerk, das die bayrische und österreichische Industriepräsenz in der E-Mobilität zementiert.
Produktions-Check: Die Transformation des Werks München
| Kennzahl / Meilenstein | Details |
|---|---|
| Investitionssumme | 650 Millionen Euro |
| Serienstart BMW i3 (Neue Klasse) | August 2026 |
| Vollständiger Elektro-Fokus | Ab 2027 (keine Verbrenner mehr) |
| Automatisierungsquote | ca. 98 % im Karosseriebau |
| Kostensenkung | -10 % gegenüber aktueller Generation |
Fazit: Ein urbanes Vorzeigeprojekt
BMW beweist, dass eine moderne Automobilproduktion auch in einem eng bebauten, urbanen Umfeld wie München wettbewerbsfähig sein kann. Durch die konsequente Digitalisierung und den Fokus auf die "Neue Klasse" transformiert sich das Werk von der klassischen Fabrik zum High-Tech-Hub. Mit dem Auslaufen der Verbrenner-Produktion im Jahr 2027 verliert München zwar seinen charakteristischen Motorensound, gewinnt aber eine der modernsten Elektro-Fertigungen der Welt.



