Was die neue Konsumenten-Umfrage zeigt, Markentreue wird zur Ausnahme
Autokäufer:innen werden deutlich sprunghafter, und zwar weltweit. In einer aktuellen, groß angelegten Befragung von 20.194 Autobesitzer:innen in den wichtigsten Mobilitätsmärkten steigt die Bereitschaft, bei der nächsten Anschaffung die Marke zu wechseln.
Unterm Strich heißt das für den Markt: Wer bei Preis, Reichweite, Laden und Assistenzsystemen überzeugt, kann Kund:innen von heute auf morgen abwerben. Das gilt besonders im Premiumsegment und beim Umstieg auf batterieelektrische Autos.
Die wichtigsten Wechselzahlen im Überblick
Global sagen 28%, sie würden sehr wahrscheinlich die Marke wechseln, weitere 27% halten das für eher wahrscheinlich. Im Premiumsegment liegt die Wechselneigung höher als in der Breite, und bei E-Autos ist sie nochmals ausgeprägter.
| Kennzahl | Wert | Kontext |
|---|---|---|
| Sehr wahrscheinlich Markenwechsel | 28% | global, nächste Anschaffung |
| Eher wahrscheinlich Markenwechsel | 27% | global, nächste Anschaffung |
| Wechselbereitschaft Premiumsegment | 34% | global, sehr wechselbereit |
| Wechselbereitschaft Volumensegment | 25% | global, sehr wechselbereit |
| Wechselbereitschaft BEV-Käufer:innen | 36% | global, sehr wechselbereit |
| Wechselbereitschaft Verbrenner-Käufer:innen | 25% | global, sehr wechselbereit |
| USA, BEV-Käufer:innen sehr wechselbereit | 52% | USA, sehr wechselbereit |
| USA, Verbrenner-Käufer:innen sehr wechselbereit | 27% | USA, sehr wechselbereit |
Europa kippt bei der Technik-Wahrnehmung, China holt sichtbar auf
Besonders spannend aus deutscher Sicht ist der Image-Shift bei Elektroauto-Technik. In Deutschland und Großbritannien halten 2026 54% der Befragten chinesische Hersteller für führend bei batterieelektrischen Autos, 2025 waren es 44%.
Gleichzeitig verlieren westliche Hersteller in dieser Wahrnehmung deutlich. Bei Plug-in-Hybriden dreht sich das Bild sogar komplett zugunsten chinesischer Marken.
| Technik-Führerschaft laut Befragten (Deutschland + Großbritannien) | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| BEV, China vorn | 44% | 54% |
| BEV, westliche Hersteller vorn | 32% | 22% |
| PHEV, China vorn | k. A. | 40% |
| PHEV, westliche Hersteller vorn | k. A. | 31% |
| Verbrenner, westliche Hersteller vorn | k. A. | 53% |
BYD als Beispiel, Image legt kräftig zu, aber Vertrauen bleibt Thema
In der Befragung fällt besonders BYD auf. Das Markenimage steigt bei Befragten in Deutschland und Großbritannien von 430 Punkten (2025) auf 536 Punkte (2026). Zugewinne gibt es vor allem bei Innovation, Technik, Preis-Leistung sowie Qualität und Zuverlässigkeit.
Trotzdem bleibt eine Hürde: Viele potenzielle Käufer:innen nennen fehlendes Vertrauen sowie Unsicherheit beim Service- und Werkstattnetz als Gegenargument. Genau hier entscheidet sich im Alltag, ob ein attraktives Datenblatt wirklich zum Kauf führt.
| BYD Markenimage (Deutschland + Großbritannien) | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Image-Score | 430 | 536 |
Warum sich Deutsche für China-Marken interessieren, und was sie bremst
Als Hauptgründe für Interesse an chinesischen Marken werden in Deutschland vor allem Preis-Leistungs-Verhältnis (65%) und fortschrittliche E-Auto-Technik (48%) genannt. Auf der Bremse stehen mangelndes Vertrauen (40%) und Sorgen rund um Wartung und Service (38%).
| Deutschland, Gründe pro chinesische Marken | Anteil |
|---|---|
| Preis-Leistungs-Verhältnis | 65% |
| Fortschrittliche Elektroauto-Technik | 48% |
| Deutschland, Gründe contra chinesische Marken | Anteil |
|---|---|
| Mangelndes Vertrauen in China-Marken | 40% |
| Unsicherheit bei Wartung und Servicenetz | 38% |
ADAS als Kaufargument, wer besser assistiert, gewinnt Kund:innen
Fahrerassistenzsysteme werden in der Umfrage zum echten Wechselgrund. Global ist etwa jede vierte Person bereit, wegen besserer autonomer Fahrfunktionen die Marke zu wechseln, in China ist der Wert ungefähr doppelt so hoch.
In den USA sagen 31%, dass sie dafür wechseln würden, bei Unter-45-Jährigen liegt der Wert bei 52%, bei Über-45-Jährigen bei 11%.
| Markenwechsel wegen besserer Assistenzsysteme | Anteil | Gruppe |
|---|---|---|
| Global | ca. 25% | alle Befragten |
| USA | 31% | alle Befragten |
| USA | 52% | unter 45 Jahre |
| USA | 11% | 45 Jahre und älter |
Assistenzsysteme entwickeln sich vom Nice-to-have zum Markenargument, und sie triggern Wechselbereitschaft besonders stark bei jüngeren Käufer:innen.
Für Tesla ist das eine komfortable Position: In den USA wird die Marke bei selbstfahrender Technik klar am stärksten wahrgenommen. Das Thema bleibt auch bei uns relevant, weil sich Europa gerade in Richtung breiterer Zulassungspfade bewegt und damit die Erwartungshaltung steigt. Passend dazu: Tesla FSD Global Roadmap 2026 für Europa und Deutschland sowie der jüngste Meilenstein Typgenehmigung für FSD Supervised in Europa.
USA, Budgetdruck trifft Kaufentscheidung, auch beim E-Auto
In den USA zeigt die Befragung einen klaren Trend: Viele wollen bei der nächsten Anschaffung downsizen oder den Kauf verschieben. 35% geben an, eher ein kleineres Auto zu wählen, um die Finanzierung zu stemmen.
43% möchten ihren nächsten Autokauf hinauszögern, in ländlichen Regionen sogar 53%, bei niedrigeren Einkommen 59%. Weltweit sagen 44%, sie wollen ihr aktuelles Auto länger behalten als geplant.
| Kaufverhalten | Anteil | Markt |
|---|---|---|
| Wählt eher kleineres Auto | 35% | USA |
| Kauf wird hinausgezögert | 43% | USA |
| Kauf wird hinausgezögert | 53% | USA, ländlich |
| Kauf wird hinausgezögert | 59% | USA, niedrigeres Einkommen |
| Auto länger behalten als geplant | 44% | weltweit |
Budgetwerte, wo die Schmerzgrenze liegt
Rund die Hälfte der Kaufabsichten liegt bei einem Budget von unter 38.700 Euro. Das mittlere Budget in den USA liegt bei 38.600 Euro, der Durchschnitt bei 43.700 Euro, je nach Segment stark unterschiedlich.
| Budget laut Befragung | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Budgetgrenze für ca. die Hälfte aller Kaufabsichten | < 38.700 Euro | umgerechnet, alle Fahrzeugklassen |
| USA, mittleres Budget | 38.600 Euro | Median |
| USA, durchschnittliches Budget | 43.700 Euro | Mittelwert |
| USA, Kompaktsegment | 35.300 Euro | Segmentwert |
| USA, D-Segment | 55.600 Euro | Segmentwert |
Real-World-Impact für E-Autofahrer in Deutschland
Mehr Wettbewerb bedeutet bessere Deals, aber auch mehr Auswahl mit Licht und Schatten. Wenn die Markentreue sinkt und China-Marken in der Technik-Wahrnehmung aufschließen, geraten Preise und Ausstattung in Bewegung. Das sehen wir bereits im Markt, etwa über aggressive Bonusprogramme und Preisschnitte. Beispielhaft dazu: BYD E-Bonus 2026 verlängert.
Für deinen Alltag zählt am Ende weniger das Image, sondern die Gesamtpaket-Frage: Servicewege, Ersatzteile, Software-Support und Lade-Ökosystem. Wer viel Langstrecke fährt, sollte außerdem die Ladeinfrastruktur und Tarife mitdenken. Unser Praxisanker dazu: Ladeanbieter-Vergleich 2026 mit Tarifen, Abos und Spartipps.
Elektroquatsch-Meinung, die Studie erklärt, warum 2026 so ein hartes Jahr für alte Gewissheiten ist
Die Zahlen sind ein Warnsignal für europäische Platzhirsche: EV-Technik-Image und Assistenzsysteme entscheiden immer stärker über Loyalität. Gleichzeitig zwingt der Budgetdruck viele Käufer:innen in Richtung bessere Preis-Leistung, und das spielt Herausforderern in die Karten.
Für dich als Käufer:in ist das eine gute Nachricht, weil der Markt schneller reagiert. Die schlechte Nachricht ist, dass du genauer hinschauen musst, vor allem bei Service und Langzeit-Support, egal ob China, Europa oder USA.


