Elektro-AMG CLA 45 auf der Nordschleife: starke Technik, aber kein Gesamtrekord
Mercedes bringt den neuen AMG CLA 45 4MATIC+ als Elektro-Performance-Modell an den Start und setzt dabei auf moderne Hardware, die auf dem Papier nach Tracktool klingt. Besonders spannend: Axialflussmotoren, die für hohe Leistungsdichte bekannt sind und ihre Performance unter Dauerlast stabiler halten sollen als viele klassische Radialfluss-Setups.
Doch auf der Nordschleife zählt am Ende die Uhr. Und genau da zeigt sich: Trotz 680 PS Systemleistung bleibt die gemessene Rundenzeit hinter mehreren Konkurrenten zurück, darunter auch Modelle von Xiaomi.
Die gemeldete Zeit: 7:32,070 Minuten
Für Vorserienfahrzeuge des AMG CLA 45 wird eine Runde in 7:32,070 Minuten genannt. Das ist schnell, aber im Vergleich zu aktuellen EV-Performance-Angriffen aus China eben nicht schnell genug, um den Ton anzugeben.
Bemerkenswert ist vor allem, wer davor liegt: Xiaomi, eigentlich als Tech-Marke gestartet, liefert mit seinen sportlichen Stromern inzwischen Rundenzeiten, die etablierte Premiumhersteller unter Druck setzen.
| Modell | Nordschleife-Zeit | Einordnung |
|---|---|---|
| Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC+ (Elektro, Vorserie) | 7:32,070 min | starkes Niveau, aber nicht Klassenprimus |
| Xiaomi YU7 GT (Elektro-SUV) | 7:22,755 min | rund 10 s schneller als der AMG |
Xiaomi schneller, sogar mit SUV
Dass eine sportliche Limousine wie der CLA 45 auf der Nordschleife flott sein kann, überrascht niemanden. Dass aber ein Xiaomi-SUV den AMG um rund 10 Sekunden distanziert, ist das eigentliche Signal. Entweder ist Xiaomi beim Gesamtpaket aus Thermik, Reifen-Setup und Leistungsabgabe extrem weit, oder Mercedes hat beim Vorserienlauf konservativer abgestimmt.
Wichtig: Solche Zeiten hängen bei Vorserienautos stark von Rahmenbedingungen ab, etwa Wetter, Reifenfreigaben, Softwarestand, Verkehrsfenster und dem Mut zur maximalen Risikoabstimmung. Trotzdem bleibt die Richtung klar: Die Latte liegt hoch.
Warum Axialflussmotoren trotzdem ein echtes Ausrufezeichen sind
Axialflussmotoren gelten als technologisch attraktiv, weil sie sehr kompakt bauen und hohe Drehmomentdichte ermöglichen. In der Praxis kann das Vorteile bringen, wenn Leistung wiederholt und über längere Zeit anliegen muss, genau das, was auf Rennstrecken zählt.
Auf dem Papier ist der AMG CLA 45 mit Axialflussmotoren und 680 PS ein echter Tech-Schritt, die Nordschleife zeigt aber, wie hart die Konkurrenz das Thema Performance inzwischen spielt.
Einordnung mit Blick auf Tesla und Porsche
Interessant ist auch die historische Perspektive: Die Zeit liegt nur wenige Sekunden vor einem Tesla Model S Plaid aus der Performance-Ära vor rund fünf Jahren, und auch ein Porsche Taycan Turbo S (Stand 2022) ist nur knapp dahinter. Das zeigt weniger Schwäche, sondern eher, wie weit Mittelklasse-Performance-EVs heute gekommen sind.
Wenn dich der aktuelle Tesla-Stand bei Assistenzsystemen und Software interessiert: Unsere Einordnung zur Tesla FSD Global Roadmap 2026 zeigt, wie stark Tesla weiterhin über Updates skaliert. Und falls du gerade Model-3-Themen auf dem Schirm hast: Beim Tesla Model 3 Update 2026 geht es um geleakte Hardware-Details.
Real-World-Impact: Relevanz auch ohne Nordschleife
Die meisten fahren keine Touristenfahrten, aber die Technik dahinter ist alltagsrelevant. Track-Performance zwingt Hersteller, Thermomanagement, Dauerleistung und Rekuperation so auszulegen, dass das Auto nicht nach wenigen Minuten einbricht. Genau davon profitieren auch schnelle Autobahnetappen, wiederholte Überholmanöver und hohe Last bei Hitze.
Wer den größeren Kontext rund um Reichweite und Effizienz sucht: Im Reichweiten-Ranking 2026 sieht man, wie unterschiedlich Hersteller ihre Prioritäten setzen, maximaler WLTP-Wert oder kompromisslose Performance.
Was wir aus dem Vergleich mitnehmen
Mercedes zeigt mit dem elektrischen AMG CLA 45, dass Premiumhersteller technisch längst ernst machen und neue Motorarchitekturen in Serie bringen. Gleichzeitig unterstreicht die Rundenzeit: Xiaomi und andere neue Player sind nicht mehr nur „Preis-Leistungs“-Thema, sondern greifen in der Performance-Liga an.
Unterm Strich ist das weniger eine Blamage für Mercedes als ein Zeichen dafür, wie schnell sich die EV-Performance-Welt gerade dreht. Und wie gnadenlos ehrlich die Nordschleife am Ende bleibt.



