380.000 unbeaufsichtigte Robotaxi-Meilen, Tesla meldet null „notable“ Unfälle
Tesla gibt im Rahmen der Q2-Zahlen und des Earnings-Calls ein Update zur eigenen Ride-Hailing-Offensive: Über 380.000 Meilen seien inzwischen vollständig unbeaufsichtigt im Robotaxi-Dienst gefahren worden. Laut Tesla gab es dabei keinen „notable“ Verkehrsunfall in diesen autonomen Meilen.
Die Zahl ist spannend, weil Tesla hier ausdrücklich von unsupervised spricht, also ohne Sicherheitsfahrer oder Aufpasser. Gleichzeitig bleibt eine wichtige Einschränkung: Tesla nutzt die Formulierung „notable“, das ist keine standardisierte Unfallstatistik. Für die Einordnung ist also entscheidend, wie Tesla intern „notable incident“ definiert.
„We have driven more than 380,000 mi of unsupervised Robotaxi, now across six cities in two different states.“
Wo Tesla Robotaxi heute fährt, und wo als Nächstes ausgerollt werden soll
Aktuell listet Tesla sieben Regionen, in denen Robotaxi-Fahrten angeboten werden. Je nach Gebiet ist der Betrieb entweder komplett unbeaufsichtigt oder noch mit Sicherheitsbegleitung im Auto.
Aktive Robotaxi-Märkte (Status laut Tesla)
- Austin, Mix aus unbeaufsichtigten Model Y Fahrten sowie Fahrten mit Safety Monitor
- Bay Area, nur Model Y Fahrten mit Safety Monitor
- Dallas, unbeaufsichtigte Model Y Fahrten
- Houston, unbeaufsichtigte Model Y Fahrten
- Miami, unbeaufsichtigte Model Y Fahrten
- Orlando, unbeaufsichtigte Model Y Fahrten
- Tampa, unbeaufsichtigte Model Y Fahrten
Beim Wachstum nennt Tesla zudem eine aggressive Taktung: Die gefahrenen Meilen im Netzwerk sollen sich um mehr als 10% pro Woche erhöhen. Dazu passt, dass Orlando und Tampa laut Tesla erst in dieser Woche auf unbeaufsichtigte Fahrten umgestellt wurden, nachdem Miami Anfang des Monats gestartet war.
Nächste Zielmärkte: Las Vegas und Phoenix
Als nächste Städte in der Pipeline nennt Tesla Las Vegas und Phoenix. Für Nevada sei außerdem bereits eine Genehmigung für bis zu 5.000 Robotaxi-Fahrzeuge beantragt worden, parallel laufen laut Tesla Vorbereitungen für Arizona.
Software-Stand: Model Y Robotaxis laufen bereits mit frühen Builds von FSD v15
Tesla sagt, dass die Model Y Robotaxis bereits frühe Versionen von FSD v15 fahren. FSD v15 soll ein großer Architektur-Sprung werden und später dieses Jahr oder Anfang nächstes Jahr öffentlich starten. Als Größenordnung wird genannt: 10x mehr Parameter im Vergleich zu v14.
Für E-Autofahrer in Europa ist das vor allem ein Signal, dass Tesla Robotaxi und FSD technisch zusammen denkt. Was davon kurzfristig hier ankommt, hängt aber an regulatorischen Freigaben, nicht nur am Softwarestand. Wenn du den EU-Kontext zu Tesla Autopilot im Blick behalten willst, lies auch Frankreich blockiert Tesla FSD Supervised sowie die Tesla FSD Global Roadmap 2026.
Cybercab: Der „Workhorse“ soll vom umgebauten Model Y übernehmen
Im Betrieb fahren heute laut Tesla noch umgerüstete Model Y. Als langfristiges Rückgrat ist aber das Cybercab geplant, ein Zweisitzer ohne Lenkrad.
Tesla gibt an, dass die Massenproduktion des Cybercab im April in der Gigafactory Texas gestartet ist. Zusätzlich liefen im zweiten Quartal Engineering-Testfahrten auf öffentlichen Straßen, und Tesla testet inzwischen auch lenkradlose Cybercabs in Austin.
Interne Tests: Mitarbeiter-Fahrten auf dem Giga-Texas-Campus
Neu ist auch, dass Tesla autonome Cybercab-Fahrten für Mitarbeiter auf dem Giga-Texas-Gelände gestartet hat. Solche internen Shuttle-Setups sind ein klassischer Schritt, um Fahrzeuge, Sensorik und Betriebsprozesse unter kontrollierbaren Bedingungen zu härten, bevor der öffentliche Rollout kommt.
Mehr Hintergrund zur Cybercab-Technik findest du bei uns im Artikel Tesla Cybercab: Ultra-Effizienz-Antrieb, 4680-Zellen und 48-Volt.
Was bringt dir das im Alltag, auch wenn du kein Robotaxi nutzt
Wenn Tesla die Robotaxi-Meilen wirklich so schnell hochskaliert, hat das zwei praktische Folgen, die auch normale Tesla-Fahrer indirekt treffen können.
- Schnellere Software-Reife: Viele reale Robotaxi-Kilometer bedeuten mehr Edge-Cases, mehr Daten und potenziell schnelleres Bugfixing.
- Neue Hardware- und Update-Dynamik: Robotaxi-Funktionen priorisieren oft neue Softwarestände und Rechenplattformen. Das kann den Druck erhöhen, ältere Hardware länger zu unterstützen oder klare Schnittlinien zu ziehen.
Gerade beim Thema Hardware-Generationen lohnt sich der Blick auf Teslas HW4 und die „distilled“ FSD-Modelle, denn Robotaxi ist am Ende ein Produkt aus Software, Sensorik, Rechenleistung sowie Betriebsfreigaben.
Technische Daten und Zahlen aus Teslas Update
| Faktor | Wert |
|---|---|
| Unbeaufsichtigte Robotaxi-Meilen | über 380.000 mi |
| Gemeldete „notable incidents“ in diesen Meilen | 0 |
| Robotaxi-Regionen (genannt) | 7 |
| Robotaxi laut Tesla, bisherige Abdeckung | 6 Städte in 2 US-Bundesstaaten |
| Wachstum der gefahrenen Robotaxi-Meilen (Aussage) | mehr als 10% pro Woche |
| Kumulierte bezahlte Robotaxi-Meilen (mit und ohne Safety Monitor) | nahe 2,5 Mio. |
| Software im Robotaxi-Betrieb | frühe Builds von FSD v15 |
| FSD v15 gegenüber v14 (Aussage) | 10x mehr Parameter |
| Nächste Zielmärkte (genannt) | Las Vegas, Phoenix |
| Nevada, beantragte Robotaxi-Fahrzeuge | 5.000 |
Elektroquatsch-Meinung: Tesla liefert Tempo, aber die harte Währung bleibt Transparenz
380.000 unbeaufsichtigte Meilen ohne gemeldeten „notable“ Unfall sind ein starkes Signal, vor allem kombiniert mit dem schnellen Ausbau in mehreren Städten. Der Knackpunkt ist jetzt, ob Tesla mehr Details zu Definitionen, Randbedingungen und Sicherheitsmetriken liefert.
Für E-Autofahrer ist das relevant, weil Robotaxi nicht nur ein neues Geschäftsmodell ist, sondern auch bestimmt, wie schnell Autonomie-Features in Alltagsautos reifen, und welche Hardware-Generationen am Ende den längeren Support bekommen.



