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Walmart baut EV-Schnellladen aus: 600 HPC-Stalls mit 400 kW

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

7. Juli 2026·3 Min. Lesezeit
Walmart baut EV-Schnellladen aus: 600 HPC-Stalls mit 400 kW

Walmart skaliert sein eigenes DC-Schnellladenetz in den USA rasant: Nach rund 15 Monaten sind bereits über 600 Ladepunkte an mehr als 70 Standorten in 17 Bundesstaaten aktiv. Geladen wird ausschließlich mit 400-kW-HPCs inklusive CCS und NACS – bezahlt meist per App, mit teils spürbaren Preisvorteilen durch Mitgliedsrabatte und Off-Peak-Tarife.

Walmart drückt beim Schnellladen aufs Tempo

Während in Europa vor allem Energieversorger, CPOs und Autohersteller die Schnelllade-Karte spielen, geht in den USA ein Handelsriese ungewöhnlich konsequent voran: Walmart baut ein eigenes DC-Schnellladenetz auf – und das in einem Tempo, das man sonst eher von Tesla kennt.

Nach gut 15 Monaten seit dem Start (Frühjahr 2025) ist das Netzwerk laut öffentlich zusammengetragenen Community-Daten bereits in 17 US-Bundesstaaten live. Insgesamt sind es rund 73 Standorte mit 612 einzelnen Ladeanschlüssen ("connectors"). Offizielle US-Datenbanken liegen bei den Zahlen aktuell etwas darunter, was bei schnell wachsenden Netzen nicht unüblich ist.

Nur 400 kW – und an jedem Stall CCS und NACS

Spannend ist vor allem die Strategie: Walmart setzt nach aktuellem Stand ausschließlich auf 400-kW-HPCs. Als Hardware kommen Systeme von ABB oder Alpitronic zum Einsatz – beides bekannte Namen im Schnelllade-Umfeld.

Jeder Ladeplatz ist dabei mit zwei Kabeln ausgerüstet: eins mit CCS, eins mit NACS. Das ist für den US-Markt ein echter Vorteil, weil dort beide Standards parallel relevant sind. Für Tesla-Fahrer mit NACS-Anschluss bedeutet das: Laden ohne Adapter ist grundsätzlich möglich – je nach Standort, Leistungsteilung und Fahrzeug.

Merkmal Stand (laut gemeldeten Netzwerkdaten)
Aktive Bundesstaaten 17
Standorte ca. 73
Ladeanschlüsse (Ports/Connectors) ca. 612
Max. Ladeleistung 400 kW (HPC)
Stecker CCS + NACS (je Stall via zwei Kabel)
Hardware ABB oder Alpitronic

Bezahlen: App-first – aber Kartenleser kommen (teilweise)

Der Haken an vielen neuen HPC-Netzen ist nicht die Technik, sondern der Zugang. Walmart setzt überwiegend auf eine Smartphone-App für Start, Steuerung und Bezahlung des Ladevorgangs. Das ist bequem, kann aber für Durchreisende oder Gelegenheitsnutzer nerven.

Deshalb testet Walmart laut aktuellen Infos auch Lader mit integrierten Kartenlesern. Wichtiges Detail: Wer per Kreditkarte bezahlt, soll zwar laden können, bekommt aber den App-basierten Mitgliedsrabatt (Walmart Plus) nicht.

Walmarts Ausbau zeigt: Retail-Standorte mit hoher Frequenz können als Schnelllade-Hubs funktionieren – vor allem, wenn der Bezahlprozess reibungslos wird.

Preise: im Schnitt 0,46 $/kWh – Off-Peak kann deutlich drücken

Preislich liegt Walmart im Mittel bei etwa 0,46 $/kWh. Das ist für DC-Schnellladen in den USA kein Ausreißer nach unten, aber auch nicht völlig abgehoben. Interessant wird es durch variable Tarife: Einige Standorte bieten Off-Peak-Raten, die zusammen mit Mitgliedsrabatten bis zu 0,20 $/kWh sparen können.

Für die DACH-Perspektive ist das vor allem als Trend relevant: Dynamische Preise (Zeitfenster, Auslastung, Memberships) sind auch bei uns auf dem Vormarsch. Wer dazu einen Überblick sucht, findet bei uns einen guten Einstieg im Ladeanbieter-Vergleich 2026 mit Tarifen, Abos & Spartipps.

Was heißt das für Tesla und den europäischen Markt?

Walmart ist kein direkter „Tesla-Gegner“ – eher ein zusätzlicher Player, der Schnellladen dort hinbringt, wo Menschen ohnehin sind: Supermarktparkplätze, Einkaufszentren, High-Traffic-Lagen. Tesla bleibt mit dem Supercharger-Netz in Sachen Dichte, Zuverlässigkeit und Ökosystem stark, aber der US-Markt wird klar vielfältiger.

Gerade weil Walmart an jedem Stall NACS anbietet, passt das in den allgemeinen US-Trend, der sich um Teslas Steckerstandard herum konsolidiert. Wer sich für die nächste Ausbaustufe bei Tesla interessiert: Tesla Supercharger V4 mit bis zu 500 kW ist das offensichtliche Gegenstück auf der High-End-Seite.

Technisch ist außerdem spannend, wie viel von den 400 kW in der Praxis wirklich bei Autos ankommt. Viele Modelle sind durch Batterie-Temperatur, Ladefenster und Systemspannung limitiert. Ein guter Kontext dazu ist unser Vergleich 800V vs. 400V: Welche E-Auto-Architektur brauchst du 2026? – denn ohne passende Architektur bleiben 400 kW oft eher Marketing als Alltag.

Warum das Momentum zählt

Das Beeindruckende ist weniger die absolute Zahl, sondern die Geschwindigkeit: Von rund 300 Ports auf über 600 in wenigen Monaten (laut den genannten Community-Auswertungen) ist eine Ansage. Und Walmart hat öffentlich ambitionierte Ziele, langfristig tausende Schnellladepunkte an möglichst vielen Filialen zu betreiben.

Für E-Auto-Fahrer ist das unterm Strich eine gute Nachricht: Mehr Wettbewerb bringt meist mehr Standorte, bessere Bezahloptionen und mittelfristig auch Preisdruck. Und genau das braucht Schnellladen – in den USA genauso wie im DACH-Raum.

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