Neuer 1.000-km-Rekord: Zeekr 7GT landet ganz oben
Der Zeekr 7GT hat in der bekannten 1.000-km-Challenge eine neue Bestzeit gesetzt. Für die Strecke über norwegische und schwedische Autobahnen inklusive aller Ladepausen standen am Ende 8:50 Stunden auf der Uhr.
Der Test ist praxisnah, weil nicht Laborwerte zählen, sondern Tempo auf der Autobahn und die reale Ladezeit. Genau dort spielt der 7GT seine 800-Volt-Architektur aus.
Was ist der Zeekr 7GT überhaupt?
Der 7GT ist ein rund 4,80 m langer Gran Turismo im Stil eines Shooting Brake. Er ist der kleinere Bruder des Zeekr 001 und seit Januar konfigurierbar.
In der Challenge war die Topversion Privilege AWD unterwegs. Sie kombiniert sehr viel Leistung mit einem großen Akku und extrem schnellem DC-Laden.
Technische Daten und Preise (aus den vorliegenden Infos)
| Modell/Variante | Antrieb | Leistung | Batterie | WLTP-Reichweite | DC-Laden | 10-80 % Herstellerangabe | Preis (DE) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zeekr 7GT Long Range | RWD | 310 kW | 100 kWh | 655 km | bis 420 kW | 16 min | k. A. |
| Zeekr 7GT Privilege AWD | AWD | 475 kW | 100 kWh | 558 km | bis 420 kW | 16 min | 59.490 € |
| Mercedes CLA 350 4Matic Shooting Brake EQ | AWD | k. A. | k. A. | mehr als 7GT AWD (Angabe) | k. A. | k. A. | 58.571 € |
Warum die Zeit so stark ist: Laden, das in die Reise passt
Auf Langstrecke entscheidet selten die Peak-Reichweite, sondern das Zusammenspiel aus Verbrauch bei 100 bis 120 km/h und Ladegeschwindigkeit. Der erste Stopp kam nach 408 km, also deutlich unter WLTP, aber genau das ist auf Autobahn normal.
Die Lade-Highlights aus dem Test
An einer 400-kW-Säule hat der 7GT die Leistung auch abgerufen. Beim ersten Stopp ging es in 10 Minuten von 7 auf 63 %, am Ende standen immer noch 261 kW an.
Der zweite Stopp war ähnlich kurz: 9 bis 59 % in 9 Minuten, allerdings fiel die Leistung zum Schluss auf 190 kW.
Beim dritten Stopp gab es Probleme mit mehreren Säulen, der Ladevorgang an einer anderen 400-kW-Säule zeigte eine zickzackförmige Leistungskurve. Der Hub 13 auf 65 % dauerte 12 Minuten, dazu kam laut Test eine Zeitkorrektur wegen der schwachen Säulen-Performance.
Der Zeekr 7GT kam in der 1.000-km-Challenge auf 8:50 Stunden und war damit schneller als jedes bisher getestete Elektroauto ohne Batterietausch.
Alltag für E-Autofahrer: Das bedeutet der Rekord wirklich
Für Vielfahrer ist das ein klares Signal: 800 Volt plus sehr hohe Ladeleistung kann eine Reise so entstressen, dass Ladepausen eher zu normalen Kurzstopps werden. Wenn ein Auto in 10 Minuten über 50 kWh nachlegt, verschiebt sich der Fokus von „wie lange lädt es“ zu „wie gut sind die Säulen“.
Gleichzeitig zeigt der Test aber auch die Kehrseite: Handshake-Probleme und die Qualität einzelner HPC-Standorte können selbst ein sehr gutes Auto ausbremsen. Genau deshalb ist ein Blick auf Tarife und Betreiber weiterhin Pflicht, siehe unser Ladeanbieter-Vergleich 2026.
800 Volt trifft 400 Volt: Supercharger-Check fällt eher nüchtern aus
Spannend: Zum Schluss wurde an einem Supercharger getestet, wie das 800-Volt-System mit 400 Volt klarkommt. Bei niedrigem Ladestand wurden 87 kW erreicht, das ist eher mittelmäßig.
Wer häufig an 400-Volt-Standorten lädt, sollte genau hinschauen, wie gut ein 800-Volt-Auto „bankladen“ kann. Das Thema erklären wir detailliert in 800V vs. 400V.
Komfort stark, Software wackelt: Licht und Schatten im Gesamtpaket
Gelobt wurden Luftfederung, Geräuschniveau, Platzangebot, ein großer Touchscreen sowie die hohe Ladegeschwindigkeit. Kritik gab es an der Software, unter anderem wegen Bugs und einer sehr strengen Aufmerksamkeitswarnung.
Auch ein Assistenzverhalten wurde als nervig beschrieben: Das Auto soll in Autobahnkurven teils selbstständig um bis zu 18 km/h abbremsen. Solche Punkte sind im Alltag entscheidend, weil sie die entspannte Langstrecke kaputtmachen können, selbst wenn Akku und Ladeleistung top sind.
Elektroquatsch-Meinung: Der 7GT setzt die Latte für Reise-EVs, aber nur mit guter Software ist er komplett
Die Rekordzeit zeigt, wie schnell moderne EVs auf Strecke sein können, wenn Aerodynamik, Akku-Größe und HPC-Laden zusammenpassen. Für Deutschland ist der Preis von 59.490 € in der AWD-Topversion ein Statement, gerade mit Blick auf ähnlich bepreiste Premium-Kombis.
Wenn Zeekr die genannten Software-Probleme sauber per OTA in den Griff bekommt, ist der 7GT nicht nur ein Rekordhalter, sondern ein ernstes Langstrecken-Tool. Wer wissen will, wie andere Hersteller gerade beim Reisekomfort nachlegen, sollte auch das Audi Q6 und A6 e-tron Update im Blick behalten.



