Bei Lucid war heute ordentlich was los: In einem bizarren Lemon-Law-Prozess in Kanada musste der Hersteller im Buyback-Verfahren klein beigeben – und kassierte in der Community extra Spott, weil die eigenen Anwälte ernsthaft argumentierten, ein Lucid Air sei nicht dafür gedacht, im kanadischen Winter draußen zu stehen. Gleichzeitig liefert Lucid aber auch die Tech-Schlagzeile des Tages, denn das Mega-OTA-Update UX 3.6 für den Gravity schaltet Hands-Free Driving auf freigegebenen Autobahnen, automatisierte Überholmanöver sowie mehr Google-Maps-Integration und Winter-Lade-Diagnose frei.
Beim autonomen Fahren setzt Waymo ein dickes Ausrufezeichen: Waymo kauft Apples früheres, geheimes Testgelände in Arizona für 220 Mio. Dollar – eine riesige Validierungs-Spielwiese, die Apples „Project Titan“ endgültig wie ein Kapitel aus dem Archiv wirken lässt. Auf Europas Straßen ist derweil nicht das Angebot das Problem: EU-Hersteller stehen inzwischen bei 100 reinen E-Modellen, mit Stellantis als Mengen-Champion und Volkswagen eher auf technischer Bandbreite – die Juni-Flaute soll laut Experten eher an äußeren Marktbarrieren hängen.
Aus der Kategorie „Angriff nach vorn“ kommt Ford: Mit der neuen UEV-Plattform will man chinesische Kostenvorteile über Komplexitätsreduktion und neue Fertigung kontern und bezahlbare Stromer um 30.000 Dollar möglich machen – Reichweite soll dabei trotz kleinerer Akkus über Systemeffizienz gesichert werden. Wer lieber Premium-SUV fährt, bekommt jetzt mehr Auswahl: Mercedes hat zwei günstigere GLC-Elektrovarianten in Europa geöffnet, senkt den Einstieg spürbar und setzt mit 800-Volt-Technik klar auf schnelle Ladezeiten.
Und weil Laden nicht überall mit Säulen funktioniert, zeigt VW eine alternative Idee: ein autonomer Laderoboter-Prototyp in Dresden, der mit eigener Batterie herumrollt und per Roboterarm selbstständig anstöpselt – gedacht als mobile Überbrückung dort, wo feste Infrastruktur schwer zu bauen ist. Bei Tesla geht’s heute dagegen eher um Frust und Fragezeichen: beim FSD-Transfer für den Cybertruck AWD werden die Regeln strenger, weil Käufer für die Mitnahme der bereits bezahlten Software offenbar auf eine teurere Ausstattungslinie wechseln müssen. Und das Roadster-Drama lebt weiter: Chefdesigner von Holzhausen verspricht eine Enthüllung „in wenigen Wochen“, während gleichzeitig wieder über neue Delays bis August 2026 spekuliert wird – inklusive SpaceX-Paket, das den Wagen per Kaltgas-Düsen zum Abheben bringen soll.
Zum Schluss noch ein dicker Dämpfer aus Japan: Toyota-Chef Akio Toyoda warnt vor einer rein elektrischen Zukunft, und der Strategiewechsel bei Lexus – inklusive Stopp einer geplanten E-Limousine – unterstreicht, dass Toyota weiter auf einen Mix aus Hybriden, E-Modellen und neuen CO2-neutralen Verbrennern setzt.