Heute gibt’s vor allem viel Bewegung bei Zahlen und Strategien: Bei Citroën ziehen die E-Modelle richtig an – im ersten Halbjahr 2026 wächst die Marke weltweit, während die Bestellungen für reine Stromer fast explodieren und inzwischen schon jede dritte Order vollelektrisch ist. Ebenfalls mit Rückenwind meldet Mercedes ein starkes zweites Quartal: weltweit plus 50 Prozent bei BEVs, in Europa sogar plus 87 Prozent, auch wenn China weiter zäh bleibt. Deutlich härter trifft es dagegen BMW in China, wo die Auslieferungen kräftig abrutschen und ausgerechnet das E-Auto-Geschäft besonders leidet – was am Ende auch bei uns mehr Preisdruck und schnellere Modell-Offensiven bedeuten könnte.
Politisch und wirtschaftlich wird’s international ebenso spannend: In den USA startet Kalifornien mit „MyFirstEV“ einen Sofortrabatt für Erstkäufer, allerdings mit Preisdeckel – und ausgerechnet Tesla fällt nicht unter die Ausnahme für „Heimat“-Marken. In Europa zeigt eine neue Studie zu EU-Zöllen, dass weniger China-built-E-Autos in die EU kommen, weil Fertigung verlagert wird – gleichzeitig gewinnen chinesische Marken trotzdem Tempo, und Batterieimporte bleiben ein riesiges, fast zollfreies Einfallstor. Und aus Japan kommt der nächste Weckruf: Toyota will einen „Japan-Standard“ für Autoteile, um Kosten zu drücken und bei Software, Laden und Batterien gegen China-EVs nicht den Anschluss zu verlieren.
Bei den Neuheiten auf vier Rädern legt Jeep nach: Der Compass Elektro (2026) steht jetzt mit drei Varianten in der Preisliste, inklusive Long Range und kräftigem 4xe-Allrad – bei Preisen ab 47.900 Euro, bis zu 674 km WLTP und weiterhin 160 kW DC-Laden. Tesla-Fans bekommen gleich mehrere Signale: In China ist ein Model Y Performance in einem Zulassungseintrag aufgetaucht, was auf einen baldigen Launch hindeutet, und der Tesla Semi startet einen Flotten-Test in Chicago, wo er im Alltag Papiertransporte stemmen soll.
Technikseitig geht’s heute stark um Software und „Spillover“ aus der Auto-Welt: Während das Apple Car zwar Geschichte ist, lebt Project Titan offenbar in Neural Engine, Apple Silicon und Apple Intelligence weiter – ein Hinweis, wie sehr Auto-Know-how künftig in unsere Geräte und damit auch ins Cockpit wandert. Und bei Tesla heißt es, dass HW4 wohl mit „distillierten“ FSD-Modellen fährt: Große KI-Netze sollen zuerst fürs Cybercab trainiert und dann für Serienfahrzeuge abgespeckt werden, was Updates für HW4 näher an die Robotaxi-Entwicklung rücken könnte.
Zum Schluss noch der Blick aufs Klima: Laut neuer Lebenszyklus-Analyse haben E-Autos ihren CO₂-„Rucksack“ im Schnitt nach rund 44.000 Kilometern wieder reingeholt – und wer mit Ökostrom lädt oder eine kleinere EU-Batterie fährt, erreicht den Break-even deutlich früher.