Bei VW war heute gleich mehrfach China das große Thema: Während in den Halbjahreszahlen für 2026 der China-Einbruch spürbar auf den Gewinn drückt, ziehen in Europa ausgerechnet die E-Auto-Aufträge kräftig an, und parallel sorgt die Diskussion um den ID. Aura T6 als möglichen „elektrischen Touareg“ für Spekulationen, ob und wie viel China-Technik VW für Europa überhaupt sinnvoll adaptiert. Politisch wird’s ebenfalls brisant: In der Debatte um EU-Zölle auf China-PHEV drängt VW auf Tempo, weil chinesische Marken beim Plug-in-Hybrid-Markt in Europa gerade ordentlich Boden gutmachen.
Auch abseits von VW dreht sich viel um Strategie und Zahlen: Die IEA-Zahlen zu Q2 2026 zeigen Rekorde bei E-Autos in vielen Ländern, obwohl der Gesamtmarkt schwächelt, und die Prognose für den globalen E-Anteil 2026 klettert auf 29 Prozent. Mazda schwimmt gegen den Strom und kappt in seiner neuen 2030-Planung den BEV-Anteil deutlich, setzt stattdessen stärker auf Hybride und Kooperationen. Und beim Volkswagen-Umfeld gibt’s immerhin einen Lichtblick: Cupra und Seat melden mehr Gewinn, während der Cupra Raval als Teil der Electric Urban Car Family schon jetzt mit Bestellungen für Rückenwind in der günstigen E-Klasse sorgt.
Technisch wurde es heute beim Laden und bei Batterien spannend: Floatbridge will Ladeinfrastruktur herstellerübergreifend vernetzen und damit im Alltag genau die Reibung rausnehmen, die viele beim Laden noch nervt. Mitsubishi konkretisiert den kommenden Stromer und bringt in den Eclipse EV-Details 75 kWh, 10–80% in rund 35 Minuten sowie NACS für Supercharger (plus separatem AC-Port) ins Spiel. Und aus China kommt das nächste „Laden-wie-Tanken“-Versprechen: Hongqi zeigt eine 12C-Batterie – die große Frage bleibt, ob das in Serie stabil funktioniert und ob passende Ladeleistung außerhalb von PowerPoint wirklich verfügbar ist.
Bei den Autos selbst gab’s heute viel Spannweite: Mercedes setzt bei der Mittelklasse konsequent auf BEV und will mit der elektrischen C-Klasse nicht nur Reichweite und Effizienz via 800-Volt, Wärmepumpe und Rekuperation pushen, sondern auch den CO₂-Fußabdruck über den Lebenszyklus drastisch senken. Am anderen Ende der Skala fährt der Solarky Sun V als 8.000-Euro-Kleinstwagen mit ausfahrbarem Solardach vor, gedacht als Steckdosen-Entlaster für Kurzstrecken. Und wer statt Strom lieber Sprit spart: Dacia bringt den Sandero Stepway als Hybrid zu einem Kampfpreis, während bei den Supersportlern das Elektro-Comeback offenbar vertagt wird – der Lamborghini Lanzador soll wohl als Plug-in-Hybrid kommen, ein echter E-Lambo wird eher erst nach 2030 erwartet.
Und bei Tesla gibt’s einen kleinen Blick hinter die Robotaxi-Kulissen: In einer gesichteten neuen Screen-Funktion taucht eine Recording-Kachel auf, offenbar für Sicherheits-Operatoren, inklusive Speicheranzeige und sauberem Abmelden des Datenträgers, was stark nach umfangreichem Multi-Kamera-Logging im Testbetrieb riecht.