Alpine A390 GTS: Französischer Elektro-Renner greift das Premium-Segment an
Die Renault-Sporttochter Alpine treibt die Elektrifizierung ihrer legendären Performance-DNA konsequent voran. Nach dem erfolgreichen Debüt des zahmeren Basismodells rollt nun im Juni 2026 die absolute Speerspitze der Baureihe an den Start: Die Hochleistungsversion Alpine A390 GTS ist ab sofort offiziell bestellbar. Der fünftürige Sport-Fastback bricht im automobilen Alltag mit den klobigen Konventionen schwerer Elektro-SUVs. Die Franzosen positionieren den eleganten Stromer als alltagstaugliche Alternative, die das messerscharfe Kurvenverhalten des zweisitzigen Kult-Coupés A110 in die sportliche Mittelklasse transferiert.
Für den unbarmherzigen Antritt auf dem Asphalt sorgt eine hochentwickelte Antriebsarchitektur mit insgesamt drei Elektromotoren. Während ein gewickelter Spulenmotor an der Vorderachse arbeitet, wird die Hinterachse von zwei komplett autarken Permanentmagnet-Maschinen angetrieben, die auf einem maßgefertigten Aluminium-Hilfsrahmen thronen. Zusammen presst dieses Trio eine Systemleistung von brachialen 346 kW (470 PS) und ein maximales Drehmoment von 824 Nm auf die Straße. Im realen Berufsverkehr oder beim Herausbeschleunigen aus engen Serpentinen sorgt das integrierte Active Torque Vectoring dafür, dass die Kraft bedarfsgerecht zwischen den Rädern verteilt wird.
In unter 4 Sekunden auf Hundert: Rennsport-Technik im Cockpit
Die nackten Performance-Daten untermauern den sportlichen Führungsanspruch der Marke. Der Alpine A390 GTS katapultiert die Insassen in nur 3,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und nimmt seinem kleinen Bruder, dem A390 GT, damit fast eine volle Sekunde ab. Erst bei einer elektronisch abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h wird dem Vortrieb ein Riegel vorgeschoben. Damit die Fuhre bei ambitionierter Fahrweise fehlerfrei verzögert, verbaut Alpine eine mächtige Sportbremsanlage mit massiven 365-Millimeter-Bremsscheiben und bissigen 6-Kolben-Bremssätteln an der Vorderachse, kombiniert mit hydraulischen Anschlagpuffern im Fahrwerk.
Als Energiespeicher dient ein im Fahrzeugboden platziertes 89-kWh-NMC-Akkupack (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt) mit leistungsorientierter Zellchemie. Diese dichte Struktur sichert eine hohe thermische Stabilität im Alltag ab, sodass die volle Leistung auch bei hoher Dauerbelastung – etwa beim harten Herumpfeifen auf alpinen Bergpässen – verlustfrei abgerufen werden kann. Die offizielle WLTP-Reichweite des Topmodells liegt aufgrund der breiten Sportbereifung bei soliden 497 Kilometern. Das Basismodell A390 GT, das mit 295 kW (400 PS) anrollt, schafft dank schmalerer Eco-Räder mit bis zu 551 Kilometern nominell etwas mehr Distanz auf der Langstrecke.
| Technische Parameter & Specs | Alpine A390 GTS (Topmodell 2026) | Alpine A390 GT (Einstiegsbasis) |
|---|---|---|
| Antriebskonzept / Motorenanzahl | Tri-Motor Allradantrieb (1x vorn / 2x hinten) | Tri-Motor Allradantrieb (1x vorn / 2x hinten) |
| Maximale Systemleistung | 346 kW (470 PS) / 824 Nm Drehmoment | 295 kW (400 PS) / 661 Nm Drehmoment |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | Exakt 3,9 Sekunden | Exakt 4,8 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit (Vmax) | 220 km/h (Elektronisch begrenzt) | 200 km/h (Elektronisch begrenzt) |
| Batteriekapazität / Zellchemie | 89 kWh netto / High-Density NMC | 89 kWh netto / High-Density NMC |
| Maximale DC-Ladeleistung | Bis zu 190 kW am High-Power-Charger | Bis zu 150 kW am Schnellladepunkt |
| Durchschnittliche Ladeleistung (15-80%) | Konstante 135 kW / Ladezeit unter 27 Min. | Ca. 120 kW / Ladezeit rund 33 Minuten |
| Reale Reichweite (WLTP-Standard) | 497 Kilometer (21-Zoll-Sportbereifung) | 551 Kilometer (20-Zoll-Optimierung) |
| Fahrzeug-Leergewicht (Curb Weight) | 2.124 kg (49:51 % Gewichtsverteilung) | 2.121 kg |
| Offizieller Einstiegspreis | Ab 78.000 Euro | Ab 67.500 Euro |
Konstante Ladekurve und bidirektionales Altags-Netzwerk
Beim Zwischenstopp an der Schnellladesäule verzichtet Alpine auf kurzzeitige, instabile Marketing-Peak-Leistungen und fokussiert sich auf ein intelligentes Thermomanagement der 400-Volt-Batterie. Zwar liegt die maximale DC-Ladeleistung bei stattlichen 190 kW, viel entscheidender für den Reisekomfort im Alltag ist jedoch die flache Ladekurve. Zwischen 15 und 80 Prozent Ladestand (SoC) hält das System eine hervorragende Durchschnittsleistung von 135 kW aufrecht. Der Boxenstopp ist damit in weniger als 27 Minuten erledigt, während das integrierte 11-kW-Bordladegerät (optional auf 22 kW erweiterbar) das AC-Laden in der heimischen Garage beschleunigt.
Ein echter Mehrwert im Alltag ist die tiefe Integration bidirektionaler Ladetechnologien. Über die serienmäßige Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) lassen sich externe Verbraucher wie E-Bikes oder Kühlboxen direkt über den Ladeanschluss des Fahrzeugs mit Strom versorgen. Zudem spendiert Alpine dem Fastback die zukunftsweisende Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G). Damit agiert der Sportwagen im heimischen Smart-Home-Netzwerk als mobiler Zwischenspeicher, der überschüssigen Solarstrom tagsüber puffert und in den teuren Abendstunden kontrolliert wieder in das Hausnetz einspeist, was die laufenden Energiekosten im Cockpit spürbar absenkt.
"Der neue A390 GTS ist der ultimative Beweis, dass emotionale Leichtigkeit und kompromisslose Kurwendynamik fehlerfrei in das Zeitalter der Elektromobilität transferiert werden können. Wir nutzen die exklusive Rennsport-Infrastruktur unseres Formel-1-Teams, um über das Active Torque Vectoring der hinteren Doppel-Motoren ein Fahrverhalten zu generieren, das jede Trägheit des Akku-Gewichts eliminiert. Dieses Fahrzeug ist kein steriles Fortbewegungsmittel, sondern eine reinrassige Fahrmaschine mit Platz für die gesamte Familie."
Premium-Ausstattung ab Werk: Wo sich der GTS-Aufpreis bezahlt macht
Der stolze Einstiegspreis von 78.000 Euro relativiert sich im realen Marktvergleich beim Blick auf die lückenlose Serienausstattung des GTS. Der Innenraum präsentiert sich als edle Wohlfühloase und bricht mit dem harten Plastik-Charakter billigerer Elektroplattformen. Fahrer und Beifahrer nehmen auf zweifarbigen Sabelt-Sportsitzen Platz, die mit feinstem Nappaleder bezogen sind und im Alltag über eine elektrische Verstellung, Sitzheizung sowie eine integrierte Massagefunktion verfügen. Der gesamte Dachhimmel ist mit hochwertigem Alcantara ausgeschlagen, während das maßgeschneiderte Devialet XtremeSound-Audiosystem für ein erstklassiges akustisches Erlebnis sorgt.
Optisch zieht der GTS im Straßenbild mit geschmiedeten 21-Zoll-Leichtmetallrädern im markanten „Snowflake“-Design (Schneeflocken-Optik) und rennsporterprobten Michelin Pilot Sport 4S High-Performance-Reifen die Blicke auf sich. Ein umfassendes Fahrassistenz-Paket inklusive aktivem Spurhalteassistenten und vollautomatischem Einparken sichert den Komfort im dichten Stadtverkehr ab. Mit diesem stimmigen Gesamtpaket positioniert sich die Renault-Tochter geschickt in einer luxuriösen Nische: Der A390 GTS ist kompakter und agiler als ein schwerer Hyundai Ioniq 5 N, spürbar exklusiver als ein Tesla Model Y Performance und preislich eine echte Kampfansage an den teureren elektrischen Porsche Macan.
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