Elektrischer Mazda MX-5, ja, aber nur wenn das Gewicht passt
Der Mazda MX-5 steht seit Jahrzehnten für leichtfüßigen Fahrspaß statt für Leistungswerte auf dem Papier. Genau deshalb ist die Aussage von Mazda-CEO Masahiro Moro spannend: Die nächste Generation des Roadsters soll auch für ein Szenario ohne Verbrennungsmotor vorbereitet sein, also grundsätzlich auch als Elektroauto denkbar.
Der Knackpunkt ist dabei nicht die Motorleistung, sondern die Physik. Ein batterieelektrischer Antrieb bringt schnell mehrere hundert Kilogramm Zusatzgewicht mit, und das wäre beim MX-5 ein Charakterbruch. Mazda will das vermeiden, ohne auf teure Leichtbau-Exoten zu setzen.
Ziel: knapp unter 1.000 bis 1.200 kg, ohne CFK-Tricks
Moro nennt eine konkrete Zielspanne für die Entwickler: knapp unter 1.000 bis 1.200 kg. Und er glaubt, dass Mazda das schaffen kann, ausdrücklich ohne exotische Materialien wie CFK. Damit wäre ein elektrischer MX-5 im Idealfall nicht schwerer als die heutigen Verbrenner-Versionen.
Zum Vergleich: Die aktuelle Generation ist knapp vier Meter lang und startet je nach Ausführung bei rund 1.009 kg Leergewicht. Für ein E-Auto wären Werte in dieser Gegend ein echtes Ausrufezeichen, denn viele aktuelle Elektro-Kompakte liegen deutlich darüber.
| MX-5 (Kontext) | Einordnung |
|---|---|
| Aktuelles Leergewicht | ab ca. 1.009 kg (Verbrenner) |
| Ziel nächster MX-5 | knapp unter 1.000 bis 1.200 kg (laut Mazda) |
| Leichtbau-Ansatz | leichtere Grundkonstruktion, keine CFK-Pflicht |
| Frühester Start | ab 2028 erwartet |
"Der Nachfolger muss auch bereit sein für ein Szenario ohne Verbrennungsmotor. Die Herausforderung besteht für uns darin, die Grundkonstruktion leichter zu machen, ohne exotische Materialien wie CFK einzusetzen."
Auch Hybrid bleibt im Spiel, aber nur ohne Charakter-Verlust
Schon zuvor hatte Mazdas Technikchef Ryuichi Umeshita in Aussicht gestellt, dass der nächste MX-5 auch einen Hybridantrieb bekommen könnte. Die Bedingung ist ähnlich streng wie beim E-Antrieb: Effizienz und Vorschriften müssen erfüllt werden, aber Gewicht und Fahrgefühl dürfen nicht leiden.
Das ist in der Praxis eine hohe Hürde, weil Hybridsysteme Zusatzkomponenten mitbringen, etwa E-Motor, Leistungselektronik und je nach Konzept ein größerer Akku. Wenn Mazda hier etwas bringt, dürfte es eher nach „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ aussehen.
Was das im Alltag bedeuten würde
Ein elektrischer MX-5 mit niedrigem Gewicht hätte einen klaren Real-World-Vorteil: weniger Trägheit beim Einlenken, weniger Reifen- und Bremsenstress und potenziell bessere Effizienz, weil nicht permanent Masse bewegt werden muss. Gleichzeitig könnte ein E-Antrieb den Roadster untenrum kräftig machen, ohne dass Mazda den Wagen künstlich „aufblasen“ muss.
Ob Mazda das mit einem kleinen Akku, einer besonders leichten Plattform oder einer sehr konsequenten Paketierung löst, ist noch offen. Klar ist nur: Ein MX-5, der sich „wie ein MX-5“ anfühlt, ist für Mazda wichtiger als eine große Reichweitenzahl.
Mazda plant konservativer bei Elektroautos, ohne den Stecker komplett zu ziehen
Parallel zum MX-5-Thema ordnet Moro Mazdas EV-Strategie insgesamt neu. Der Hersteller erwartet inzwischen einen geringeren Elektro-Anteil an den Verkäufen bis 2030 als noch vor einigen Jahren. Statt 25 bis 40 % geht Mazda nun von etwa 15 % aus und will damit nach eigener Aussage realistischer planen.
Das erste komplett eigenständige Mazda-Elektroauto wurde zudem um zwei Jahre auf 2029 verschoben. Gleichzeitig sollen die Investitionen in reine Stromer nahezu halbiert werden, mit stärkerem Fokus auf Hybride und auf elektrifizierte Produkte, die in China gefertigt werden.
Einordnung für DACH: Sportwagen und Regulierung sind der Spagat
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist das Timing interessant. Einerseits werden CO2-Vorgaben und Flottenziele für Hersteller nicht leichter, andererseits ist der Roadster-Markt ein emotionales Nischenfeld. Ein Hybrid-MX-5 könnte regulatorisch helfen, ein elektrischer MX-5 könnte das Konzept in die Zukunft tragen, wenn Mazda das Gewicht wirklich im Griff behält.
Wer bei „leichter Elektro-Sportwagen“ sofort an Tesla denkt: Tesla spielt eher im Segment Performance und Alltagstauglichkeit mit deutlich größeren Fahrzeugen und Akkus. Ein elektrischer MX-5 wäre damit kein direkter Gegner, sondern eher ein Gegenentwurf, klein, leicht und puristisch.
Zusätzlich plant Mazda ein "Hero-Car" als Imageträger
Moro hat außerdem Lust auf ein neues Topmodell, ein „Hero-Car“, das Mazdas Markenwerte maximal verkörpert. Das wäre explizit kein Stückzahlbringer, sondern ein Imageträger, möglicherweise aus Manufakturfertigung.
Für Mazda wäre das eine neue Klammer nach oben: Der MX-5 bleibt die bezahlbare Sport-Ikone, während ein Hero-Car das Premium- und Technik-Statement liefern könnte. Ob das ein Elektroauto wird, lässt Mazda offen, aber im Kontext der neuen, vorsichtigeren EV-Planung ist ein elektrischer Exot nicht mehr automatisch gesetzt.
Passende Einordnung im Markt: Reichweite ist nicht alles
Der MX-5 zeigt gut, warum „mehr Akku“ nicht immer die beste Antwort ist. Wer sich für die aktuelle Reichweiten-Spitze interessiert, findet im Reichweiten-Ranking 2026 mit E-Autos über 900 km WLTP die andere Seite der EV-Welt, große Akkus, große Distanzen.
Und wer verstehen will, warum Plattform-Architekturen beim Laden und bei der Effizienz so viel ausmachen: Unser Vergleich 800V vs. 400V im E-Auto 2026 erklärt, wo die praktischen Unterschiede liegen.
Für alle, die sich lieber eine Marktübersicht holen: In den Elektroauto-Neuheiten 2026 sieht man gut, wie breit das Angebot inzwischen ist, auch wenn ein ultraleichter Elektro-Roadster bisher die Ausnahme bleibt.
Unterm Strich gilt: Wenn Mazda den MX-5 wirklich elektrifizieren will, muss das Ergebnis vor allem eines sein, leicht. Genau daran wird man den nächsten MX-5 messen, egal ob Hybrid oder rein elektrisch.



