Rückruf für den Ford Mustang Mach-E: Zierleiste kann sich lösen
Ford startet in den USA einen Rückruf für 86.543 Mustang Mach-E. Betroffen ist eine Zierleiste an den hinteren Seitenfenstern (Rear Side Quarter Window Trim), die sich lösen kann. Im ungünstigen Fall kann das Teil während der Fahrt wegfliegen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.
Wichtig für Leserinnen und Leser im DACH-Raum: Der Rückruf bezieht sich auf Fahrzeuge, die in den USA verkauft wurden und dort von der Behörde überwacht werden. Ob und in welcher Form europäische Fahrzeuge betroffen sind, hängt von Produktionschargen und lokalen Regelwerken ab. Wer einen Mach-E fährt, kann zur Sicherheit die FIN beim Ford-Partner prüfen lassen.
Welche Modelle sind betroffen?
Ford nennt Fahrzeuge, die zwischen dem 17. Februar 2023 und dem 8. Oktober 2024 gebaut wurden. Damit fallen vor allem Modelljahre 2023, 2024 und teils 2025 in den möglichen Betroffenenkreis.
| Rückruf-Parameter | Angabe |
|---|---|
| Modell | Ford Mustang Mach-E |
| Region | USA |
| Anzahl | 86.543 Fahrzeuge |
| Bauzeitraum | 17.02.2023 bis 08.10.2024 |
| Bauteil | Zierleiste am hinteren Seiten-Quarter-Window |
| Risiko | Bauteil kann sich lösen und in andere Fahrzeuge geraten |
| Abhilfe | Inspektion und Austausch kostenlos beim Händler |
Ursache: Primer härtete nicht lange genug aus
Laut Ford liegt die Ursache nicht an einem Material, das grundsätzlich ungeeignet wäre, sondern an einem Prozessdetail in der Fertigung. Ein neuer Montage-Jig beim Zulieferer verkürzte die Installationszeit so stark, dass der Primer für die Zierleiste nicht ausreichend aushärten konnte. Ergebnis: Die Verklebung kann zu schwach sein.
Die geänderte Montagevorrichtung verkürzte die Installationszeit, sodass der Primer nicht ausreichend aushärten konnte. Dadurch kann die Verbindung zur Zierleiste unzureichend sein.
Wie Ford den Fehler entdeckt hat
Ford wurde nach eigenen Angaben im Mai aufmerksam, als Gewährleistungsfälle rund um lose oder abfallende Zierteile deutlich zunahmen. In der Untersuchung führte die Spur zum Glas- und Zulieferprozess: Die neue Montagevorrichtung sei beim Zulieferer in Mexiko ab Februar 2023 eingesetzt worden.
Später wurde der Ablauf bereits nachgeschärft, unter anderem mit einem Timer von 30 Sekunden, der die notwendige Aushärtezeit im Prozess sicherstellen soll.
Was passiert in der Werkstatt?
Händler sollen die betroffenen Fahrzeuge prüfen und die hintere Seitenfenster-Zierleiste beziehungsweise das betroffene Trim am Quarter Glass ersetzen. Das erfolgt kostenlos. Ford spricht von 219 Meldungen zu losen oder gelösten Teilen in Fahrzeugen, die unter den Rückruf fallen. Unfälle oder Verletzungen sind laut Hersteller in diesem Zusammenhang bislang nicht bekannt.
Einordnung: Rückrufe sind bei E-Autos nichts Ungewöhnliches
Rückrufe treffen praktisch alle Hersteller, gerade wenn Stückzahlen steigen und Zulieferketten komplexer werden. In diesem Fall klingt die Ursache nach einem klassischem Fertigungs- und Prozess-Thema und nicht nach einem grundlegenden Konstruktionsproblem des Mach-E.
Für den Alltag ist die Message simpel: Wenn dein Fahrzeug in den betroffenen Zeitraum fällt, Termin machen, Teil tauschen lassen, fertig. Wer generell wissen will, wie sich Hersteller bei sicherheitsrelevanten Themen unterscheiden, findet spannende Vergleichspunkte auch bei Assistenzsystemen, etwa in unserem Überblick zur Tesla FSD Global Roadmap 2026.
Lesetipp zum Thema E-Auto-Zuverlässigkeit und Alltag
Wie gut E-Autos im Alltag funktionieren, hängt nicht nur von Rückrufen ab, sondern auch von Akku-Standfestigkeit und Qualität im Langzeitbetrieb. Dazu passen unsere Artikel zur Akku-Gesundheit nach 100.000 km sowie zur grundlegenden Technikfrage 800V vs. 400V im Jahr 2026.



