Mehr als jeder vierte Neuwagen ist ein BEV, die Schweiz bleibt EV-stark
Die Schweiz und Liechtenstein zeigen im Sommer 2026 erneut, wie schnell der Umstieg auf Elektromobilität in einem kaufkräftigen Markt laufen kann. Im Juli wurden 4.899 batterieelektrische Pkw (BEV) neu zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 25,8% unter allen Pkw-Neuregistrierungen des Monats.
Gegenüber Juli 2025 ist das ein deutliches Plus: Damals lagen die BEV-Neuzulassungen bei 4.083, jetzt sind es rund 20% mehr. Heißt im Alltag: Wer in der Schweiz neu kauft, trifft inzwischen sehr häufig auf denselben Nenner, Laden statt Tanken ist längst im Mainstream angekommen.
Januar bis Juli 2026: BEV-Anteil bei 24,2%, Plug-ins zusammen bei 36,6%
Auch über das Gesamtjahr betrachtet bleibt das Niveau hoch. Von Januar bis Juli 2026 kamen in der Schweiz und in Liechtenstein insgesamt 32.788 neue BEV auf die Straße. Der BEV-Anteil am gesamten Neuwagenmarkt liegt damit in diesem Zeitraum bei 24,2%.
Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es 20,6%. Zusätzlich legten Plug-in-Hybride inklusive Range-Extender zu und erreichen von Januar bis Juli 2026 einen Anteil von 12,4% (zuvor 10,5%). Zusammen ergeben BEV und Plug-ins damit 36,6% Marktanteil für Fahrzeuge mit externer Lademöglichkeit.
| Kennzahl | Juli 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| BEV-Neuzulassungen (CH + LI) | 4.899 | +20% (von 4.083) |
| BEV-Marktanteil im Monat | 25,8% | deutlich höher als im Vorjahr |
| Kennzahl | Jan bis Juli 2026 | Jan bis Juli 2025 |
|---|---|---|
| BEV-Neuzulassungen (CH + LI) | 32.788 | nicht angegeben |
| BEV-Anteil | 24,2% | 20,6% |
| PHEV-Anteil inkl. Range-Extender | 12,4% | 10,5% |
| BEV + PHEV Anteil (extern ladbar) | 36,6% | nicht angegeben |
Marken im Fokus: BYD legt stark zu, Tesla schwächerer Monat
Spannend wird es beim Blick auf die Markenverschiebungen im Juli. BYD konnte seinen Anteil am gesamten Neuwagenmarkt in der Schweiz und Liechtenstein von 0,4% im Juli 2025 auf 3,2% im Juli 2026 ausbauen. In absoluten Zahlen: von 77 auf 613 Neuzulassungen, ein Plus von fast 700%.
Dieses Wachstum wirkt spektakulär, ist aber auch dadurch erklärbar, dass BYD erst seit April 2025 in der Schweiz aktiv ist und damit von einem niedrigen Startniveau kommt. Gleichzeitig zeigt der Sprung, wie schnell neue Anbieter in einem EV-affinen Markt Traktion bekommen können, wenn Lieferfähigkeit, Preis-Leistung und Modellpalette passen.
Im Juli 2026 entfielen in der Schweiz und Liechtenstein 25,8% der Neuzulassungen auf reine Elektroautos, zusammen mit Plug-ins waren es 36,6% Fahrzeuge mit externer Lademöglichkeit.
Tesla kam im Juli 2026 laut den Zahlen auf 0,5% Anteil an den Pkw-Neuzulassungen, nachdem es im Juli 2025 noch 2,2% waren. Solche Monatswerte können stark schwanken, etwa durch Lieferwellen, Modellwechsel, Logistik oder die zeitliche Taktung von Auslieferungen. Gerade bei Herstellern mit gebündelten Quartals- und End-of-Quarter-Auslieferungen ist ein einzelner Monat deshalb nur eine Momentaufnahme, keine endgültige Trendlinie.
Ebenfalls sichtbar: Leapmotor erreichte im Juli 2026 einen Anteil von 1,2% am gesamten Pkw-Absatz in der Schweiz. Dass eine weitere China-Marke so früh messbar auftaucht, unterstreicht, wie international der Wettbewerb im E-Auto-Markt inzwischen ist.
Warum diese Zahlen für den DACH-Raum relevant sind
Für Deutschland und Österreich ist die Schweiz oft ein hilfreicher Frühindikator. Der Markt ist kleiner, aber bei der EV-Durchdringung häufig schneller. Wenn bereits jeder vierte Neuwagen rein elektrisch fährt, verschiebt das sehr konkret die Anforderungen an Ladepunkte am Wohnort, am Arbeitsplatz und entlang der Hauptachsen, inklusive Lastmanagement und verlässlicher Schnellladeverfügbarkeit.
Außerdem zeigt der Markenmix: Der Wettbewerb wird breiter, und Käufer haben mehr Auswahl, was am Ende auch Druck auf Preise, Ausstattung und Lieferzeiten ausübt. Wer wissen will, wohin sich Reichweiten und Ladeleistungen im Wettbewerb bewegen, findet dazu einen guten Überblick in unserem Reichweiten-Ranking 2026 mit E-Autos über 900 km WLTP.
Einordnung: BEV, Plug-in und Range-Extender in der Praxis
Dass Plug-in-Hybride und Range-Extender ebenfalls zulegen, ist in der Schweiz besonders interessant, weil dort viele Fahrer im Alltag schon elektrisch fahren können, aber für lange Strecken oder spezielle Einsatzprofile noch ein Sicherheitsnetz wollen. Wer sich mit dem Range-Extender-Prinzip beschäftigt, findet Hintergründe und Abgrenzungen in unserem Beitrag zu Range-Extender-Konzepten mit großer Batterie und hoher Gesamtreichweite.
Und wer tiefer in die technische Seite von Laden und Plattform-Architekturen einsteigen will, bekommt in 800V vs. 400V, welche E-Auto-Architektur du 2026 brauchst den Kontext, warum manche Modelle bei der Ladezeit im Alltag klar im Vorteil sind.
Fazit: 25,8% im Juli sind ein starkes Signal, der Markt wird schneller und härter umkämpft
Mit 25,8% BEV-Anteil im Juli und 24,2% über die ersten sieben Monate 2026 bleibt die Schweiz ein Hochgeschwindigkeitsmarkt für E-Mobilität. Gleichzeitig zeigt die Kombination aus starkem BYD-Wachstum und einem schwächeren Tesla-Monat vor allem eins: Der Wettbewerb wird dynamischer, und Marktanteile sind in einzelnen Monaten deutlich in Bewegung.
Für Käufer ist das eine gute Nachricht, mehr Auswahl und mehr Druck auf das Gesamtpaket aus Preis, Effizienz, Software und Lade-Ökosystem. Für Hersteller heißt es: konstant liefern, nicht nur bei Technik, sondern auch bei Verfügbarkeit und Services.



