In Sachen Politik und Ladeausbau ging’s heute ordentlich zur Sache: In China will Hainan ab 2030 den Verkauf neuer Benziner stoppen und legt gleich Quoten, Flottenregeln und einen strammen Ladepunkt-Plan obendrauf, ein ziemlich klares Signal, wie ernst die Provinz die Elektrifizierung meint. Hierzulande zielt der Bund mit der Schnelllade-Offensive für E-Lkw entlang der Fernstrecke auf mehr Truck-taugliche HPCs an Autobahnen, was für Pkw-Fahrer mehr Standorte bringen kann, aber auch mehr Konkurrenz um die besten Plätze. Und weil Industriepolitik ohne Nachfrage nicht funktioniert, fordert T&E mit einem Kurswechsel samt „Made-in-EU“-Prämienlogik, Batterie- und Software-Aufbau sowie Strukturplan einen Plan, damit die deutsche Autoindustrie die E-Wende nicht nur übersteht, sondern gestaltet.
Bei den Herstellern war ebenfalls Bewegung drin: Mercedes macht den Elektro-Van schicker und bietet VLE AMG Line und AMG Line Plus an, sportlichere Pakete, klarere Preisstufen, technisch bleibt’s beim 800-Volt-Ansatz mit sehr flottem Laden. Parallel treibt der Konzern die Fertigung hoch: Das Werk Kecskemét wurde massiv ausgebaut, dort läuft die elektrische C‑Klasse an und perspektivisch soll auch die kompakte (Mini-)G‑Klasse exklusiv von dort kommen. Im Kleinwagen-Segment scheint der Run auf günstiger kompakt weiterzugehen: VW, Cupra und Skoda melden zusammen über 70.000 Bestellungen für ID. Polo, Cupra Raval und Skoda Epiq, ein frühes Indiz, dass die neue Plattform-Familie genau in eine Nachfrage-Lücke trifft. Druck von außen kommt zusätzlich: Geely bringt den E2 ab Oktober nach Europa und will unter 20.000 Euro starten, mit LFP-Akku und überraschend praktischem Layout als Kampfansage an den Massenmarkt. Und Smart steht laut Bericht vor dem nächsten großen Schritt: Der #1 soll mit 800-Volt-Technik in Richtung 12-Minuten-Laden gehen, plus modernisiertem Innenraum und Assistenz-Update.
Rund um Akku-Gesundheit gab’s heute mal wieder Futter für alle, die sich um Degradation sorgen: Eine schwedische Auswertung von fast 10.000 Batterie-Checks zeigt viele Fahrzeuge nach 100.000 km noch deutlich über 90 Prozent, und bei Tesla schlagen LFP-Varianten teurere Nickel-Packs, während Kia und Hyundai insgesamt stark abschneiden.
Das Robotaxi- und Autonomie-Rennen wird derweil spürbar konkreter, gleich von mehreren Seiten: Bei Tesla zeigen neue Aufnahmen, dass in Austin schon fast 250 Cybercabs bereitstehen; als nächstes sollen offenbar Mitarbeiterfahrten starten, während die Serie hochläuft. Auch Xpeng legt nach und hat sein erstes Robotaxi im Pilotbetrieb, stellt für Europa Kooperationen in Aussicht, bleibt aber bei Ländern und Zeitplan noch vage. Bei Tesla geht’s außerdem in der Software weiter: FSD v14 Lite wird in Kanada und den USA breit ausgerollt – mehr Alltagsabdeckung, aber weiterhin klar als überwacht zu nutzendes System. Und in der App deuten neue Textbausteine darauf hin, dass ein FSD-Identitätscheck, App-Sharing und „FSD Streaks“ kommen könnten; nebenbei taucht „Coastal Blue“ jetzt weltweit in der App-Unterstützung auf.
Zum Schluss noch Lade- und Spar-News: Xpeng will nicht nur bei Robotaxis mitspielen, sondern auch beim Laden angreifen, mit Megawatt-Stationen in Europa inklusive Second-Life-Akku-Puffer, Ziel: 4.000 Ladepunkte bis 2028 und weniger Stress mit dem Netzanschluss. Und wer gerade auf einen VW schielt, bekommt bis Ende September mehr Preisargumente: Volkswagen verlängert die Kaufprämie 2026 und gibt je nach ID.-Modell 2.000 bis 6.000 Euro Rabatt, nur der ID. Polo Trend und die Nutzfahrzeuge bleiben außen vor.