Beim Laden gibt’s heute gleich zwei große Signale: In den USA meldet Pilot über 300 Schnelllade-Standorte mit bis zu 350 kW entlang der Interstates – Roadtrip-Laden wird damit nicht nur dichter, sondern auch alltagstauglicher mit Travel-Center-Komfort. Und in China zieht die Leistungsskala weiter nach oben, denn Dongfeng zeigt einen eigenen 1,5‑MW-Lader und peilt als nächsten Schritt 2,4 MW an, inklusive Technik-Tricks für breite Fahrzeugkompatibilität.
Im Konzern-Karussell dreht sich einiges: Im VW-Umfeld sorgt Cupras Wachstum, befeuert vom E-Kleinwagen Raval, dafür, dass Cupra an Seat vorbeizieht, was Seats ohnehin dünne Elektro-Perspektive noch ungemütlicher macht. Bei den Sportwagen kommt dagegen eher „Tempo raus“: Porsche tauscht den Produktionsvorstand aus und bremst die Elektro-Offensive, was mittelfristig die Modellbreite und -geschwindigkeit beeinflussen kann. Und in Großbritannien/Indien wird der Rotstift angesetzt, während die Roadmap offiziell stehen bleibt: Jaguar Land Rover und Tata wollen bis 2028 rund 2 Milliarden Euro sparen und rücken organisatorisch enger zusammen. Ganz anders Aston Martin: Statt Strom-Offensive setzt die Marke auf Marge – CEO Hallmark vertagt ein reines Elektroauto und fokussiert teure Sondermodelle für den Turnaround.
Bei den Neuheiten wird’s praktisch, und premium: Wer auf elektrische Großraum-Mobilität schielt, kann jetzt mehr konfigurieren, denn der Mercedes VLE ist mit AMG Line (Plus) und sogar als 8‑Sitzer bestellbar, inklusive neuer Komfortoptionen und einem Einstieg um 77.900 Euro. Im Luxus-SUV-Segment drückt BYD aufs Tempo: der Denza N8 wird als 5,2‑Meter-Premium-SUV mit bis zu 890 kW und „Flash-Charging“ in Richtung Europa warmgelaufen. Und wer wissen will, ob Emotion im E-Auto auch ohne Benzin funktioniert: erste Fahrberichte zum Ferrari Luce loben Handling, kontrollierbare Drifts und einen ungewöhnlich „echten“ E‑Sound – plus Paddles, die Reku und Drehmoment abrufbar verändern.
China-Marken in Europa bleiben ein Top-Thema, bei Xpeng sogar gleich im Doppelpack: Einmal geht’s um das große Selbstbild, denn Xpeng will in Deutschland als Tech-Konzern mit eigenen Chips, KI und Software wahrgenommen werden. Und aus der Chefetage kommt die langfristige Ansage, denn Xpengs CEO setzt für Europa auf Händlerwachstum und KI, mit dem Ziel von über einer Million Autos außerhalb Chinas bis 2030 – am Ende entscheidet hierzulande aber wie immer das Trio aus Laden, Service und Restwert.
Bei Tesla dreht sich heute alles um Autonomie, mit Rückenwind und Gegenwind zugleich: Für den Truck kündigt Musk an, dass der Tesla Semi FSD bekommen soll und es Ende 2026 oder Anfang 2027 „funktionieren“ werde. Parallel zeigt Tesla im Robotaxi-Programm, wohin die Reise gehen soll: Robotaxis fahren bereits mit frühen FSD‑v15-Builds und sollen 380.000 Meilen „unsupervised“ gesammelt haben – mit der wichtigen Nebenwirkung, dass HW4-Kunden Hoffnung schöpfen, während HW3 eher auf eine abgespeckte Endstation hinausläuft. Aber: Die US-Aufsicht schaut genauer hin, denn die NHTSA zweifelt öffentlich an Teslas FSD-Versprechen, was für Fahrer vor allem mehr Druck auf klare Kommunikation, mögliche Auflagen und strengere Regeln bei Assistenzsystemen bedeutet.
Und zum Schluss noch Politik & Geld, das am Ende trotzdem im Autopreis landet: In den USA geht Rivian auf Konfrontation, denn Rivian verklagt die Regierung wegen Zöllen und will Millionen zurück – ein ziemlich gutes Beispiel dafür, wie Handelspolitik selbst reine E-Marken direkt in Lieferkette und Kalkulation trifft.