Porsche bestätigt den Elektro-718, Boxster und Cayman bleiben gesetzt
Porsche hält am elektrischen 718 fest. Der neue CEO Michael Leiters hat in einem Interview klargemacht, dass der elektrische Nachfolger von 718 Boxster und 718 Cayman weiterhin entwickelt wird, nachdem es zuletzt immer wieder Zweifel am Zeitplan und an der Modellstrategie gab.
Die Botschaft dahinter ist klar: Der 718 ist für Porsche mehr als ein Nischen-Sportwagen. Er dient als Einstieg unterhalb des 911 und bringt traditionell neue Kundinnen und Kunden zur Marke, die sich (noch) keinen 911 konfigurieren.
„Mit dem elektrischen 718 sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir das Modell bauen werden, weil es wirtschaftlich die beste Lösung ist und ein fantastisches Auto wird.“
Wann kommt der elektrische 718, und warum dauert es so lange?
Ein Reveal könnte noch dieses Jahr erfolgen, die Produktion wird jedoch eher für 2027 erwartet. Damit verschiebt sich die Baureihe weiter nach hinten, während Porsche parallel seine Elektro-Palette in anderen Segmenten ausbaut.
Für Europa ist das besonders relevant, weil der klassische 718 mit Verbrenner bereits ausläuft: Die Produktion der bisherigen Boxster und Cayman endete im Oktober des Vorjahres. Trotzdem kamen beide Modelle zusammen noch auf 18.612 Verkäufe, und das trotz des frühen Produktionsstopps.
Der 718 als Einstiegsmodell, und genau da liegt das Risiko
Der Knackpunkt beim elektrischen 718 wird weniger sein, ob Porsche ein schnelles E-Auto bauen kann, sondern ob das Auto preislich die Rolle des bisherigen 718 übernimmt. Boxster und Cayman waren nie günstig, aber sie waren die „bezahlbarste“ Tür in die Porsche-Sportwagenwelt.
Wenn der Elektro-718 zu nahe an 911- oder Taycan-Preisregionen rückt, verliert er diese Funktion. Bleibt er dagegen als echter Einstieg kalkuliert, könnte er für Porsche ein wichtiger Hebel werden, um neue Käufergruppen in die Marke zu holen, auch in der DACH-Region.
Technik: Eigene Sportwagen-Architektur soll die Sitzposition retten
Porsche hat zu Leistung, Reichweite oder Akku bisher praktisch nichts offiziell gesagt. Spannend ist aber ein Detail aus Prototypen-Sicht: Der elektrische 718 soll auf einer dedizierten Sportwagen-Architektur stehen, nicht auf der Plattform von Taycan oder Macan Electric.
Der Alltagseffekt klingt banal, ist aber für einen Mittelmotor-Sportwagen zentral: Eine Plattform mit klassischem „Akkupack im Fahrzeugboden“ kann die Sitzposition nach oben drücken. Beim 718 soll das offenbar vermieden werden, damit das Auto weiterhin niedrig baut und sich auch so anfühlt.
Design: Evolution statt Bruch
Prototypen auf öffentlichen Straßen und auf der Nordschleife zeigen laut bisherigen Sichtungen eine vertraute Silhouette. Erwartet wird keine radikale Designwende, sondern eine Weiterentwicklung des bisherigen 718-Looks, also kompakt, flach und klar als Boxster und Cayman erkennbar.
Einordnung: Porsches Elektrifizierung läuft weiter, aber nicht ohne Reibung
Porsche hat 2025 weltweit knapp 280.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Davon waren 22,2% vollelektrisch, weitere 12,1% entfielen auf Plug-in-Hybride. In Europa lag der Anteil elektrifizierter Modelle laut den genannten Zahlen bei 57,9%, und etwa jedes dritte verkaufte Auto war vollelektrisch.
Der Elektro-718 würde als zusätzliche Baureihe die EV-Auswahl verbreitern. Gleichzeitig ist es typisch für die Branche, dass Zeitpläne im Sportwagenbereich besonders empfindlich sind, weil Gewicht, Packaging und Preis hier deutlich härter zusammenpassen müssen als bei SUV.
| Fakt | Status |
|---|---|
| Modell | Porsche 718 elektrisch (Boxster und Cayman) |
| Vorstellung | möglicherweise später 2026 |
| Produktion | voraussichtlich ab 2027 |
| Technische Daten (Leistung, Reichweite, Akku) | noch nicht offiziell kommuniziert |
| Plattform-Ansatz | dedizierte E-Sportwagen-Architektur, nicht Taycan oder Macan Electric |
| Verbrenner-718 | Produktion beendet, Modelle 2025 dennoch zusammen 18.612 Verkäufe |
Kontext: Andere Marken arbeiten ebenfalls an flachen E-Sportlern
Auch im VW-Konzernumfeld wird an einem elektrischen Sportwagen gearbeitet, der technisch verwandt sein könnte und preislich darunter liegen soll. Noch ist aber offen, wann solche Fahrzeuge in Serie gehen und wie groß der Abstand zum Porsche am Ende wirklich ausfällt.
Lesetipps: Reichweite und Plattformen besser einordnen
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