Smart #2 taucht als Wandbild auf, nicht als Erlkönig
Statt getarnter Prototypen auf Testfahrten setzt Smart beim neuen #2 auf eine eher seltene Form des Teasers: großformatige Airbrush-Kunst in mehreren Großstädten. Los ging es mit einem ersten Motiv in Shanghai, inzwischen ist in Melbourne eine deutlich detailliertere Darstellung aufgetaucht.
Spannend ist weniger das Prinzip, sondern das Timing. Die Kampagne läuft mitten in der Ferienzeit und Wochen vor der eigentlichen Weltpremiere, die Smart für Oktober auf dem Pariser Autosalon eingeplant hat. Aufmerksamkeit funktioniert trotzdem, weil die Motive erstmals echte Hinweise auf Form und Proportionen des Serienautos liefern.
Was die Airbrush-Zeichnung über Design und Proportionen verrät
Das Motiv aus Melbourne zeigt einen kompakten, kastenförmigen Zweisitzer mit kurzer Fronthaube und sehr aufrechter Kabine. Die Grundidee erinnert klar an das Fortwo-Format, wirkt aber runder und insgesamt weicher gezeichnet.
Auffällig sind schmale, geschwungene Scheinwerfer, die weit in die Kotflügel hineinlaufen. Unten sitzt ein wabenartig strukturierter Lufteinlass, der eher nach Design-Element als nach klassischer Kühlöffnung aussieht, typisch für viele E-Autos. Dazu kommen helle, mehrspeichige Felgen, die im Motiv gut erkennbar sind.
Wichtig bleibt: Es ist eine künstlerische Darstellung und keine Werksaufnahme. Details wie exakte Anbauteile, Spaltmaße oder die endgültige Frontgestaltung können bis zum Serienstand noch variieren. Gut möglich, dass in weiteren Städten noch andere Perspektiven folgen, etwa das Heck.
Technische Eckdaten zum Smart #2: kurz, wendig und überraschend schnell beim Laden
Unabhängig von der Street-Art-Aktion hat Smart bereits mehrere Kerndaten zum #2 bestätigt. Der vollelektrische Zweisitzer ist als Nachfolger des Fortwo positioniert und misst 2,79 m in der Länge. Beim Handling bleibt die City-DNA ebenfalls erhalten: Der Wendekreis liegt bei 6,95 m, ein Wert, der im Alltag besonders beim Parken und in engen Innenstädten zählt.
Interessant ist auch die Technik an der Hinterachse. Smart setzt hier auf Hinterradantrieb und eine Fünflenker-Konstruktion. Das ist für diese Fahrzeugklasse eher aufwendig und deutet darauf hin, dass Smart nicht nur auf „billig und klein“, sondern auch auf sauberes Fahrverhalten im Stadtmix zielt.
Batterie, Laden und Preis: genau die drei Punkte, die im Segment entscheiden
Bei Akku und Laden nennt Smart bereits konkrete Zahlen: 35,7 kWh Kapazität und ein Schnellladefenster von 10 bis 80 % in unter 20 Minuten. Wenn Smart dieses Tempo im Serienauto tatsächlich so erreicht, wäre das ein spürbarer Praxisvorteil, weil kurze Stopps im Alltag dann realistischer werden als bei vielen klassischen Stadt-E-Autos.
Auch beim Preis will Smart offenbar aggressiv auftreten. Für das Basismodell des #2 Coupé ist ein Bruttopreis knapp unter 20.000 Euro in Aussicht gestellt. Damit würde sich der #2 in einem extrem umkämpften Einstiegsbereich positionieren, in dem neben Reichweite vor allem Ladegeschwindigkeit und ein unkompliziertes Stadt-Setup zählen.
| Merkmal | Smart #2 (bestätigt/angekündigt) |
|---|---|
| Fahrzeugklasse | Voll-elektrischer Zweisitzer (Fortwo-Nachfolger) |
| Länge | 2,79 m |
| Antrieb | Hinterradantrieb |
| Hinterachse | Fünflenker |
| Wendekreis | 6,95 m |
| Batterie (Kapazität) | 35,7 kWh |
| Schnellladen | 10 bis 80 % in unter 20 Minuten |
| Einstiegspreis (Basismodell) | knapp unter 20.000 Euro (brutto, angekündigt) |
| Weltpremiere | Oktober 2026, Pariser Autosalon |
Smart setzt beim #2 auf maximale City-Tauglichkeit: kurz gebaut, sehr kleiner Wendekreis und laut Ankündigung Schnellladen von 10 bis 80 % in unter 20 Minuten.
Einordnung: Warum der Smart #2 für den DACH-Markt spannend ist
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist der #2 vor allem dann interessant, wenn Smart Preis, Ladeleistung und Alltagstauglichkeit wirklich zusammenbringt. In dichten Städten ist die Kombination aus 2,79 m Länge und 6,95 m Wendekreis ein echtes Argument, gerade weil Parkraum knapp ist und viele Innenstädte weiter auf Verkehrswende setzen.
Das angekündigte Ladefenster zielt außerdem auf einen typischen Schmerzpunkt: Kleine Akkus sind im Alltag nicht automatisch ein Nachteil, solange die Ladepause kurz bleibt und die Infrastruktur passt. Wer tiefer in das Thema Plattformen und Ladezeiten eintauchen will, bekommt in unserem Vergleich zu 800V vs. 400V im Alltag den passenden Technik-Background.
Mehr Kontext: Wo der #2 im Smart-Portfolio landet
Smart hat zuletzt stark auf größere Modelle gesetzt, der #2 geht bewusst zurück zum Zweisitzer-Kern. Parallel bleibt die Marke technisch in Bewegung, etwa mit dem angekündigten Plattform-Schritt beim #1. Wer das einordnen möchte: Beim Smart #1 mit 800-Volt-Plattform und 12-Minuten-Laden sieht man, in welche Richtung Smart beim Laden insgesamt marschiert.
Und weil der #2 schon länger im Testprogramm ist, passt auch dieser Blick hinter die Kulissen: Warum der Smart #2 monatelang über Schlaglöcher fährt zeigt, wie viel Fokus Smart offenbar auf Fahrkomfort, Geräusche und Robustheit legt.



