Bei Nissan wird heute eher der Rotstift als der Akku geladen: Beim Nissan Ariya Facelift 2026 mit nur noch zwei Versionen fliegt fast die komplette Auswahl aus dem Konfigurator – in Deutschland bleiben zwei 87‑kWh-Varianten mit genau einer Ausstattung, was den Einstieg direkt auf 58.840 Euro schiebt und beim AC-Laden noch unangenehm viele Fragezeichen offenlässt.
Aus den USA kommen derweil gemischte Markt-Signale: Insgesamt gibt’s Rückenwind, denn der US-E-Auto-Markt legt in Q2 2026 zu und liefert das stärkste EV-Quartal seit dem Ende der Steuerprämie – Tesla bleibt vorn, Toyota wächst auffällig schnell. Bei BMW sieht’s vor Ort komplizierter aus: BMW USA meldet zwar steigende Gesamtverkäufe, aber einen EV-Rückgang, und der Blick geht schon Richtung iX3, der im September drehen soll. Weltweit bestätigt BMW das Bild eines Übergangsjahres: In H1 2026 kommen 204.295 BEV zusammen, Q2 dreht wieder ins Plus – auch dank iX3, der in Europa offenbar besonders gut anschiebt.
Bei Tesla verschieben sich Prioritäten ziemlich sichtbar: Die Model‑S- und Model‑X-Fertigung wurde in 46 Tagen abgebaut, um Platz für Optimus zu schaffen – ein klares Signal, wohin der Fokus im Werk wandert. Parallel geht’s bei der Technik weiter nach vorn: Teslas AI5-Chip hat laut Samsung den Tape-out erreicht, also einen wichtigen Schritt Richtung Serienfertigung für die nächste FSD-Hardware. Und für Fans großer Familien-Teslas wird’s konkret: Ein getarnter Model Y L (6-Sitzer) wurde in Deutschland gesichtet – das riecht stark nach Europa-Start mit dritter Sitzreihe.
Auch abseits der reinen BEVs wird’s heute range-extender-lastig: BYD bringt mit dem BYD Shark einen 321‑kW-Range-Extender-Pick-up nach Europa, inklusive V2L und bis zu 55 kW Laden – klarer Baustellen- und Camping-Charakter. Xiaomi macht ebenfalls einen Schritt ins XXL-Segment und startet mit SkyNomad N90 ein riesiges 3‑Reihen-SUV als EREV mit 1,5‑Liter-Turbo, also viel Platz plus Verbrenner als Reichweiten-Stütze.
Bei Rivian geht’s dafür eher um Software-Power: Der Rivian R2 bekommt per OTA einen Launch Mode und soll im Sprint sogar schneller sein als ein Model Y Performance – zumindest nach den gezeigten Zeiten. Und am anderen Ende der Stimmungsskala kämpft Lucid weiter mit dem großen Umbau: Lucid soll Restrukturierungsberater an Bord holen, während Jobabbau und Strategie-Reset laufen – für Kunden wird entscheidend, ob „Cosmos“ den Turnaround schafft oder Service und Restwerte leiden.
Zum Schluss noch ein Blick auf die große Politik-und-Standort-Debatte: Herbert Diess sagt, deutsche E-Autos seien wieder zurück – warnt aber vor Strompreisen und Netzentgelten. Übersetzt für den Alltag: Die Autos werden besser, aber das Laden könnte trotzdem teurer werden.