Bei Tesla war heute ordentlich Bewegung: Die US-Behörde NHTSA hat die Untersuchung zu Servolenkungs-Ausfällen nach einem erfolgreichen OTA-Update offiziell beendet – ein ziemlich klares Signal, wie stark Software-Fixes inzwischen auch regulatorisch wirken. Parallel rollt Tesla mit FSD (Supervised) v14 Lite ein größeres Autonomie-Update für HW3 aus, inklusive Start aus Park, neuen Ankunftsoptionen und Speed Profiles – allerdings als „destillierte“ Version, die HW4-Fähigkeiten auf die ältere Plattform herunterbricht. Und auch in Brandenburg wird skaliert: In Giga Berlin soll die Wochenproduktion bis Oktober 2026 auf 7.500 Fahrzeuge steigen, flankiert von bis zu 3.500 neuen Jobs durch den Ausbau der 4680-Zellfertigung.
Währenddessen knirscht es bei den etablierten Herstellern und der Politik sortiert sich neu: Bei Mercedes sollen Beschäftigte länger arbeiten – ohne Lohnausgleich, was als „Produktivitätsoffensive“ verkauft wird, aber nach harter Strukturkrise klingt und den Betriebsrat auf die Barrikaden bringt. Auf EU-Ebene dagegen stärkt Rückenwind aus dem Markt den Kurs: Der E-Auto-Boom nimmt Druck aus der Debatte um lockerere CO₂-Regeln bis 2035, weil die Verkäufe in großen Märkten und sogar gebraucht deutlich zulegen.
Bei den Neuheiten und Modell-Updates ging’s heute quer durchs Regal: Polestar peppt sein Flaggschiff an – das Polestar-3-Facelift bringt 800-Volt-Technik, bis zu 350 kW DC-Laden und 680 PS im Performance-Topmodell. Preisbewusster wird’s mit dem KGM Torres EVX Nomad ab 34.990 Euro, der mit 80,6-kWh-LFP-Akku und ordentlicher Ausstattung klar auf Familien und Flotten zielt, während Kia im Gewerbe nachlegt: Der PV5 Cargo startet als City-Transporter ab 35.990 Euro und bekommt unter anderem eine günstigere Einstiegsbatterie sowie schnelleres 22-kW-AC-Laden. Für die sportliche Ecke hat Kia außerdem den EV3 GT angekündigt: 215 kW, Allrad, 0–100 in 5,7 Sekunden – und trotzdem bis zu 501 km Reichweite plus V2L und 1,5 Tonnen Anhängelast.
Auch bei den „klassischen“ SUV-Schwergewichten gibt’s konkrete Ansagen: Mazda positioniert den neuen CX-6e für 2026 ab 49.990 Euro, mit 190 kW Heckantrieb und flotten 200 kW DC (10–80 % in 24 Minuten), aber eher durchschnittlicher WLTP-Reichweite. BMW hebt den Deckel bei der nächsten X5-Generation: Der iX5 soll bis zu 845 km WLTP schaffen, mit 800 Volt bis 460 kW DC laden und bidirektionales Laden unterstützen – neben einem ganzen Antriebs-Baukasten bis hin zur späteren Wasserstoff-Variante.
Software-seitig versucht VW das Tempo zu erhöhen: Mit dem Cariad-Campus in Berlin sollen rund 1.000 Spezialist:innen KI-Entwicklung bündeln, damit Assistenzsysteme und ein neuer KI-Voice-Assistent schneller vom Code ins Serienauto kommen. Und zum Schluss noch der Blick auf die Pipeline bei Jeep: Die Marke hat zwei neue B-SUVs und ein D-SUV bis 2030 in Aussicht gestellt – mit Allrad, je nach Markt als Multi-Energy, und teils auf ganz unterschiedlichen Plattformen.